SPIRAEA ULMARIA


WORUM GEHT ES?


In der Pflanzentabelle von Michal Yakir stehen die Rosaceae, zu denen Spiraea ulmaria gehört, in der 1. Reihe der 5. Spalte, also am Anfang einer neuen Entwicklung.
In der ersten Reihe ist der Übergang von einer Spalte zur nächsten noch ganz frisch, man fühlt sich angesichts des bevorstehenden Entwicklungsschrittes noch unsicher.
 
Dazu passend hat Spiraea die Empfindung, nicht loszukommen von etwas, irgendwo anzuhaften (Th 13). Das Thema Alter (Th 23) weist noch auf das Ende der 4. Spalte, die Kindheitserinnerungen (Th 22) zeigen das frühe Stadium in der 5. Spalte.
 
In dieser frühen Entwicklungsphase fühlt sich Spiraea fremdbestimmt (Th 8), angetrieben von etwas, was zu schnell voran geht, kommt nicht nach, wie ein verlangsamtes Kind. (Th 9)
 
Während der Trituration zeigte sich ein deutliches Gefühl von Bedrohung. Bilder von Überfällen, Terror, Polizei, Feuerwehr, Gefängnis (Th 4, 5) tauchten auf: Das Neue, Unbekannte (Gesetze, Recht und Ordnung, Hierarchien, Kritik) macht Angst.
 
Andererseits lockt die Entwicklungsmöglichkeit: Etwas Grosses vorhaben, neue Wege gehen. Eifer, Ehrgeiz, etwas erreichen wollen. Will hoch hinaus. (Th 11) Passende Bilder dazu sind Leiter, Vogel auf dem Baum, Türme, Hügel, Flugzeug.
Möchte aufbauen, etwas konstruieren; formgebend tätig sein, Architektur, (Th 12) Zahlenspiele (Th 25).
 
Wunsch nach Verantwortung (Th 11), Gewissenhaftigkeit, sich an Regeln halten (Th 14) entspricht der 5. Spalte. In der 1. Reihe ist die Fähigkeit dazu aber noch wenig entwickelt: Schlampigkeit, Kindlichkeit, Unfug machen wollen (Th 17, 18). Heiterkeit, Leichtigkeit (Th 19, 35), Märchen (Th 29).
 
In dieser Phase fängt der Mensch an, sich mit den anderen auseinanderzusetzen, die Gruppe bekommt Bedeutung. Spiraea fühlt sich in der Gruppe geborgen (Th 20), aber auch leicht getäuscht und hintergangen (Th 7), Misstrauen, Betrug (Th 3).
 
Das Thema Religion (Th 21) kommt auf, es zeigt sich aber noch in einer eher kindlichen/kindischen Art der Gottesvorstellung.
 
Der Bezug des Mittels zur Tollwut (s. Anmerkungen) zeigte sich in der Verreibung in drei eindrücklichen Bildern (Th 30).

THEMENLISTE


1. Gewissensbisse, Nachts um 1 Uhr befällt ihn eine Reue über ein längst begangenes geringes Vergehen mit den schrecklichsten Gewissensbissen und Abscheu vor sich selbst; er kann sich darüber nicht beruhigen, muss aufstehen und umhergehen. Boj 58
Sich wiederholende Gedanken: Entspann dich, lass die Bilder kommen. Fühle mich unter Druck. Mache mir ein Gewissen. VP 1.1
Denke an eine Aussage von gestern, die ich besser nicht gesagt hätte! Bleibe lange in diesem Selbstvorwurf hängen! VP 1.2
 
2. Unzulänglichkeit
Gerne würde ich stärker reiben, habe aber Angst, dass der Zucker herausfliegt oder der Mörser mir aus der Hand gleitet. VP 4.2
Komme nicht los von Gedanken an eigene Unzulänglichkeiten. Ging eher in eine depressive Richtung! Sachen wo ich nicht gut genug bin. VP 7.2
Reagierte gegenüber einem Kollegen zurückweisend. Habe mich sehr geärgert, kam nicht los vom Ärger über meine Unzulänglichkeiten. VP 1.2
 
3. Misstrauen
Denke an die Geschichte der Reservoir Dogs (Filmerklärung rein hier vom missglückten Überfall), Verrat, Misstrauen, was in der Gruppe herrscht. Die Gruppe massakriert sich. VP 3.2
Sehe den bunt gestreiften Holzvogel auf dem Regal. Er ist nicht wirklich lustig, er hat einen massiven Schnabel, er gibt sich nur so harmlos. VP 1.3
Ein starkes Gefühl von Misstrauen erfüllt mich. Vermute hinter harmlosen Dingen etwas Verdächtiges z.B. beim Blick aus dem Fenster sehe ich zwei Personen, die da gehen. Denke, die tun nur so harmlos aber führen doch etwas im Schilde. VP 1.3
Wieder Kaffeegeruch. Kann das sein? Nur Gerüche? Denke Gerüche und schreibe „Gerüchte“. Dabei die Assoziation an das „Geschmäckle“, Beigeschmack. VP 7.1
 
4. Bedrohung, Überfall
Dachte an den Überfall, Amoklauf in einer Grundschule. Flammenwerfer in eine Kindergruppe. Dachte, hier ist alles zu offen, hier kann jeder rein und den Flammenwerfer auf uns richten. Dann komme ich mit dem Gartenschlauch und richte ihn auf den Attentäter. VP 3.2
Al Pacinos „Hundstage“: Banküberfall, weil einer eine Geschlechtsumwandlung machen wollte. Geiselnahme, Festsitzen in einer Bank. VP 3.2
Aufsteigende Bläschen im Wasserglas, lösen eine Assoziation an eine mächtige Eruption aus, wie von einer Unterwasserbombe aufkommen. VP 1.3
Sehe das Wespennest im Raum, es löst die Assoziation an einen Wespenschwarm aus, der da plötzlich raus kommt und den Raum erfüllt. VP 1.3
Die Haare der Puppe, verwandeln sich in das Haupt der Medusa. VP 1.3
Kann meinen Blick kaum abwenden vom sich bewegenden Laub vor dem Fenster. Es wispert von Bedrohlichem, wie in einem Krimi. Bekomme Enge im Hals, Schlucken fällt schwer. VP 1.3
Eine Kollegin steht auf, geht ans Fenster: Es ist ganz unangenehm, jemanden im Rücken zu haben, als ob etwas Schweres auf meinen Schultern läge, richtig bedroht. Als sie mir wieder gegenüber sitzt, Gähnen und Abfallen der Schwere. VP 1.1
Dann kamen die Flugzeuge, dieser Ton blieb hängen. Sah Bilder vom zweiten Weltkrieg. VP 12.3
 
5. Wie eingesperrt, Gefängnis
Links im Rücken, Gefühl wie eine Faust, eine Verdichtung, verstärkte sich sehr und ging in einen quälenden Zustand über – wie im Gefängnis, total eingesperrt mit dem Schmerz. Verzweiflung – wie komme ich da wieder raus? Hoffnungslos, merkte, dass es immer schlimmer wird. Angst, dass es nicht wieder weggeht. VP 5.2
Fühlte mich sehr gezwungen, das alles machen zu müssen. Wie im Gefängnis. VP 5.2
Erinnerung: In Lausanne, Nähe Ermitage. Auf der anderen Strassenseite war, in einem kleinen Park, grad jemand von zwei Polizisten festgenommen worden. VP 8.3
Al Pacinos „Hundstage“: Banküberfall, weil einer eine Geschlechtsumwandlung machen wollte. Geiselnahme, Festsitzen in einer Bank. VP 3.2
(…) Der Feuerwehrhauptmann ist plötzlich so distanziert, ich habe Angst, dass er mich ins Gefängnisstecken will. Mein Leben wäre ruiniert (…) VP 9.2
 
6. Tagtraum: Baum ohne Äste mit kleinen grünen Blättern gleich am Stamm, oben sitzt ein Vogel, der ruft „meine Flügel sind gelähmt, ich falle gleich runter!“ Habe Mitleid mit dem Vogel, rufe die Feuerwehr. Der Feuerwehrhauptmann erklärt, er nehme den Vogel mit und pflege ihn zu Hause. Bin zutiefst dankbar. Ganz enge geistige Verbundenheit mit dem Feuerwehrhauptmann. Als ein anderer Feuerwehrmann oben auf dem Baum ankommt, fliegt der Vogel weg. Dieses Miststück hat uns alle reingelegt! Der Feuerwehrhauptmann ist plötzlich so distanziert, ich habe Angst, dass er mich ins Gefängnis stecken will. Mein Leben wäre ruiniert. Er bleibt förmlich, reicht mir die Rechnung für den Einsatz. Blitzschnell sind alle weg und ich stehe allein da. Fühle mich einsam und verlassen. VP 9.2.
 
7. Täuschung
Inneres Bild vom Gesicht einer Freundin. Sie macht einen Gesichtsausdruck der sagt: aber das war doch schon immer so? Und ich erkenne, dass wir die ganze Zeit von unterschiedlichen Standpunkten ausgingen. Es war nie so wie gemeint (ohne bestimmten Inhalt). Ein Gefühl von grossem Irrtum und auch Erstaunen darüber. VP 1.3
Tagtraum: (…) Als ein anderer Feuerwehrmann oben auf dem Baum ankommt, fliegt der Vogel weg. Dieses Miststück hat uns alle reingelegt! (…) VP 9.2
 
8. Substanz übernimmt die Führung, gibt den Takt vor
Ganz seltsames Gefühl, dass dieses Zeug die Führung übernommen hat. VP 6.1
Bedürfnis, mit den Umdrehungen mitzuschwingen, die Bewegung setzt sich rhythmisch im Körper fort. VP 6.1, VP 5.1.1
Wenn ich langsamer verreibe, sofort das Gefühl, aus dem Takt zu sein. VP 6.1
Gefühl, dass der Stössel wie eine Fortsetzung der Hand ist, wie so eine Prothese, ich fühle, was der macht, es war so ein gesteigertes Sensorium für den Übergang von der Hand zum Stössel. Als ob sich die Sensibilität der Hand verlängert. VP 3.1
Gefühl, als ob die Kreisbewegung des Stössels sich in meinem Kopf abbilde. VP 12.3
Idee, das Pistill fährt im Mörser Karussell. Fahre da selber mit, deshalb wurde mir schlecht. VP 3.2
Tranceartige Verfassung, „es geht von selbst“. VP 7.1
Beim Schaben das Gefühl, ich müsste weiterdrehen, also drehe ich ganz automatisch das Gefäss, (…) VP 6.1.1
 
9. Angetrieben, schnell
Gefühl, ich muss ganz schnell drehen, wie angetrieben. Weiss nicht, ob ich das Tempo durchhalte. Aber Langsamkeit entspricht nicht dieser Substanz. VP 6.1.1
Beim Schaben das Gefühl, ich werde zu einer Art Schlampigkeit getrieben, was mich ärgert. VP 6.1.1
Versuche, meine Hand locker zu halten, um das hohe Tempo durchzuhalten. Gefühl, ich komme nicht mit, wie in einem Rennen. VP VP 6.1.1
Körpertonus steigt. VP VP 6.1.1
Wundere mich, dass ich trotz des enormen Arbeitstempos nicht ermüde und nicht verkrampfe. VP 6.1
Mir fiel auf, dass P6 sehr schnell verrieben hat. Ich dachte „gemach, gemach!“ VP 5.1
Wie die anderen sich beeilen beim Reiben – verrückt! VP 8.1
Wieder komme ich nicht nach mit Aufschreiben – Schaben – Zeit im Auge behalten, es ist ein Stress! VP 8.1
Für kurze Zeit schaffe ich es, ganz schnell zu machen, um endlich besser nachzukommen, aber das ist ja äusserst anstrengend! VP 8.1
Ich komme mir vor wie so ein mit Polypen verstopftes Kind, das die ganze Zeit fragen muss: Was? Wie? Wo? Und nie mit den anderen Schritt halten kann. VP 8.1
Fühle mich angetrieben beim Mörsern und bin ganz konzentriert auf die Vibration, die dabei entsteht. VP 1.3
Bei Schütteln des Kopfes sind die Schmerzen besonders fühlbar, dabei Wärmegefühl im Körper erhöht, als fliesse das Blut schneller durch die Adern. Boj 19
 
10. Zeit vergeht schnell
Die Zeit vergeht sehr schnell. VP 6.1.1
Zeit vergeht sehr schnell, merkte überhaupt nicht, dass die Stunde rum war. VP 5.1
Die ersten sieben Minuten vergingen so schnell, dass ich an den Einstellungen der Uhr zweifelte. Auch die drei Minuten Schaben – ich komme überhaupt nicht nach, so schnell geht das alles! VP 8.1
Komme nicht nach mit Aufschreiben. VP 8.3
Beim Aufschreiben verbrauchte Zeit muss ich nachher durch schnelleres Verreiben wieder „aufholen“. VP 8.3
 
11. Etwas vorhaben, neue Wege gehen
Beim Rausgehen das Gefühl, „etwas Grosses vorzuhaben“, tätiges Tun. VP 5.1
Bin seit ein paar Wochen in einer neuen Lebensphase, pensioniert. Habe mich gefragt: was möchte ich noch? Was ist mir wichtig? Meine Gefühle ernst nehmen. Mich in der Reihe ein wenig vorne anstellen, nicht mehr so hinten, wie es sonst war in meinem Leben. VP 14.3
Fing an, die Hände abzuwechseln, dachte: ich hab ja noch eine linke Hand. Will noch was anderes machen, in die andere Richtung drehen. Will das andere ausprobieren. Wollte etwas Verbotenes tun. VP 15.3
Hat das Mittel etwas mit Verantwortung zu tun? Wir sind beim zweiten Mal rhythmischer und schneller, Eifer, mehr Ehrgeiz, etwas erreichen wollen. VP 15.3
Neue Wege gehen – war auch ein wichtiges Thema. Rührte immer verschiedene kleine Kreise in den Milchzucker. Immer wieder das Thema: Neues ausprobieren, neue Ideen. VP 15.3
Inneres Bild – auf einer Leiter: Ich will hoch hinaus! VP 15.3
 
12. Aufbauend, formgebend
Randwall, innere Aussparung, die Substanz haftet am Rand! Sie hat die Tendenz, etwas aufzubauen, einen Schutzwall. Zement, Bauen, Bilden. VP 5.1
Hoch – tief, formgebend, kreisförmig, kreisbildend, Baustoff. Schachtelhalm, weil der auch so aufgebaut ist. Planvoll, eine innere Richtung, tätig zu sein. VP 5.1
Das Zeug macht, was ich ihm vorgebe. Damit kann man etwas anfangen, etwas tun, etwas entwickeln. Türme, von unten nach oben. VP 5.1
Es bleibt da, wo man es hinpackt und schiebt von unten nach, deshalb wird das über den Rand geschoben. VP 5.1
Konstruieren, Architektur, Bestand haben, Form geben, in Form giessen. VP 5.1
Jetzt ist der Milchzucker endlich schön und kompakt, wie wenn eine Mayonnaise anfängt dick zu werden. Lust, damit etwas anzustellen: Kochen, gestalten, modellieren – jedenfalls nicht das ganze schöne Material einfach wegkippen nach dieser Mühe! VP 8.3
Forme ein Frischkäsli oder Zigerköpfli zum Schluss. VP 8.3
Wollte auch gerne ein Zigerstöckli in der Mitte, musste es aber auflockern. VP 13.3
 
13. Anhaften
Randwall, innere Aussparung, die Substanz haftet am Rand! Es hat die Tendenz, etwas aufzubauen, einen Schutzwall. Zement, Bauen, Bilden. VP 5.1
Die Substanz wurde immer anhaftender, Tisch sieht aus wie S.. Löst sich kaum mehr vom Pistill oder der Mörserwand. VP 5.1
Wie bei der Betonmischmaschine. VP 5.1
Alles haftet so stark an: Musik, Gedanken, die Substanz in der Schale. VP 1.1
Das Schaben erinnerte mich ans Zahnbelag-Entfernen. VP 3.2
Klarheit weicht einer delirösen Schläfrigkeit, immer wiederholte Sätze… VP 1.2
Komme nicht los von den ärgerlichen Gedanken über mich selber. VP 1.2
Dann kamen die Flugzeuge, dieser Ton blieb hängen. Sah Bilder vom zweiten Weltkrieg. VP 12.3
Es nervt mich, dass das Pulver am Mörser klebt bin überhaupt in einer gereizten Stimmung. VP 1.3
Am angenehmsten ist es, wenn sich der Zucker an der Mörserwand festklebt und so aussenvor bleibt. Nur mörsern auf dem blanken Mörserboden und die Vibration wahrnehmen. VP 1.3
Die Substanz will sich gross und flach über die ganzen Mörserwände ausbreiten. VP 8.3
Das Zeug setzt sich am Rand fest, wie ein weisser Felsen, oder wie eine Halde von Schnee, es baut sich immer wieder auf. VP 2.1
 
14. Die Regeln, gewissenhaft
Beim Schaben das Gefühl, ich müsste weiterdrehen, also drehe ich ganz automatisch das Gefäss, obwohl ich nicht sicher bin, ob es erlaubt und richtig ist, den Regeln der Verreibung entspricht. VP 6.1
P3 dreht doch falsch rum! Muss weggucken, weil ich nicht ertragen kann, dass er das so macht. P5 klopft so gegen den Mörser: darf man das? Das stimmt doch nicht! Als P4 sich auf die Stuhllehne setzt und P8 mal aufsteht: darf man das? VP 6.1
Es muss alles exakt sein beim Notieren, darum dauert es auch so lange. Aber ich kann nicht anders. VP 8.1
Bin der einzige, der links rum dreht, ich sehe das so – politisch, nicht sexuell. VP 10.2
Wechsel: versuche mich in gewissenhaftes Tun. VP 7.2
 
15. Konzentration
Konnte kaum die Schrift koordinieren. VP 1.2
Eine ganz klare Aufrichtung im Körper und eine starke Konzentration, bevor die Müdigkeit kam. War ganz gerade und frei, konnte ganz konzentriert rühren. VP 15.3
Husten wegen Kratzen im Hals. Werde nachlässig, es mangelt an Konzentration, neige zu ungeschickten Bewegungen, es hat gespritzt VP 11.2
Beim Verreiben Konzentration im Bauch-Chakra wie beim Bogenschiessen. VP 7.1
 
16.Leere, Sauberkeit
Im Mörser immer das Gefühl, ich möchte die Mitte frei lassen, sauber. VP 15.3
Ich schabe vom Rand weg: alles muss immer sauber sein. VP 15.3
Wenn das Pulver dann von den Wänden fällt, versuche ich sofort die Leere in der Mitte wieder herzustellen. VP 1.3
Jetzt, wo mehr Substanz im Mörser ist, entsteht durch das „Wändehochtreiben“ eine Art „Schüssel in der Schüssel“. Wäre schön, wenn der Boden ganz sauber wäre. VP 8.3
Möchte immer saubere Flächen haben im Mörser. Gelingt besser beim Schaben, aber ich versuche es auch beim Reiben. In der Mitte eine freie Stelle schaffen! VP 8.3
Bin in Gedanken schon ganz beim Abwaschen der Mörser. Wasser kochen, alles ausspülen, schön trocknen. VP 8.3
Gefühl beim Spachteln ich müsse alles beisammen halten, es ärgert mich wenn Pulver-Fitzelchen am Rand hochspringen. VP 1.3
 
17. Schlampig, unordentlich
Beim Schaben das Gefühl, ich werde zu einer Art Schlampigkeit getrieben, was mich ärgert. VP 6.1
Diese Substanz muss etwas mit Schlampigkeit zu tun haben. Es ist mir total egal, dass das Pulver durch die Gegend fliegt. Das ist sonst nicht meine Art. VP 6.1
Wundere mich, dass der Arbeitsplatz beim Gegenüber so ordentlich ist, das muss eine Heilwirkung sein! VP 6.1
In der zweiten Sequenz das Gefühl, es unordentlich zu machen, weil immer noch schwarze Teile drin sind. Rieb dann recht kräftig, um es in Ordnung zu bringen. VP 3.1
Das Lied von der Weihnachtsbäckerei… gibt’s so manche Kleckerei… VP 3.1
Dachte, das Kleckern sei zwar schlimmer als beim letzten Mal, schenkte ihm aber nicht viel Beachtung. VP 2.1
 
18. Plappern, Unfug machen
Schade, dass wir schweigen müssen. Bedürfnis zu plappern und irgend einen Unfug zu erzählen. VP 6.1
Plötzlich Bedürfnis zu lachen, wie bei Hasch. VP 6.1
Die anderen existieren kaum. Habe keine Zeit, mich um sie zu kümmern. Wie albern sie zwischendurch sind – je nun!
Allgemeine Gesprächigkeit in der Gruppe. VP 4.2
Anfall von Geschwätzigkeit links von mir. VP 10.2
Bedürfnis zum Reiben zu reden. VP 3.2
Spöttische Gedanken, Neigung die Drehrichtung zu ändern. VP 11.2
Das Kratzen im eigenen Mörser und bei jemandem vis à vis tönt wie Vogelgeschnatter (Enten). VP 2.3
 
19. Heiterkeit
Fröhlichkeit. VP 7.1
Leichte Heiterkeit, Amüsement, das ist eine lustige Runde. VP 2.1
Schien mir klar, „mach halt mal weiter“. Nach ein paar Minuten Gelassenheit, Heiterkeit, ganz anders als vorher. VP 11.2
Stimmung schwankt stark von Euphorie zu Zweifel/Depression. VP 11.2
Wusste nicht mehr, bin ich der Heitere oder der Depressive? VP 11.2
 
20. Gemeinschaft, Beziehung
Gefühl, wir sind eine Gruppe, schweigend und doch zusammengehörend. VP 2.3
Verschworen im Schweigen. Draussen ist Stille und Frieden. Das Aussen beherbergt uns, wir sind darin Gast, es ist selbstverständlich da, bietet Aufgehobensein. VP 2.3
Wir wissen alles, ohne etwas aussprechen zu müssen, wie in einem Kloster die Äbte und Mönche in ihren täglichen selbstverständlichen Verrichtungen. Die Zeit geht dahin und es ist still. VP 2.3
Jede hat genau ihren Platz und der ist stimmig. Es gibt nichts zu hinterfragen, niemand kommt auf die Idee zu hinterfragen. Es ist einfach so gegeben. VP 2.3
Wir verrichten unsere tägliche Arbeit, es ist uns vorgegeben und gehört zum Lauf der Dinge. VP 2.3
Wir gehören zusammen, und doch hat jeder genau seinen eigenen Ort. VP 2.3
In der Pause bin ich etwas kontaktfreudiger als sonst, etwas aufmerksamer, denn es gibt keine Trennung von innen und aussen. Aussen und Innen sind ineinander enthalten. VP 2.3
Die Form und der Inhalt: der erste Gedanke ist der beste. Wieviel Beziehung dürfen Lehrer zu ihren Schülern haben? VP 4.2
Gedanken: ich habe keine Angst mehr vor Beziehungsverlust. Ich habe viel Dankbarkeit für alles, was ich im Leben schon erfahren durfte und wie sich so manches gefügt hat. VP 14.3
Hatte ein ganz starkes Geborgenheitsgefühl beim Rühren: so weich, samtig. VP 15.3
Tagtraum: (…) Ganz enge geistige Verbundenheit mit dem Feuerwehrhauptmann (…) VP 9.2
Einschlafen erst gegen Morgen, lebhafte Träume von allen Bekannten, die beim Erwachen wenig erinnerlich. Boj 40
 
21. Religion
Wir wissen alles, ohne etwas aussprechen zu müssen, wie in einem Kloster die Äbte und Mönche in ihren täglichen selbstverständlichen Verrichtungen. Die Zeit geht dahin und es ist still. VP 2.3
In der ersten Verreibung ging mir ein Gespräch mit einem Verwandten, der bei einer Freikirche ist, durch den Kopf. Da ging die Diskussion über Hahnemann los. Er ist extrem gegen die Homöopathie, sah darin lauter Teufelszeug. VP 12.3
Immer wieder der Satz von Dietrich Bonnhoeffer: von guten Mächten wunderbar geborgen. VP 14.3
Im Milchzucker sah ich plötzlich eine Mandala-Zeichnung. In asiatischen Regionen machen die Leute ein Sandmandala vor der Haustür. VP 14.3
Habe genug gearbeitet, gemacht was zu tun ist, meinen Teil beigetragen. Jetzt ist Abend und Meditieren an der Reihe. VP 2.3
Klingelt Jesus bei Petrus an der Tür, der macht nicht auf, Jesus ist das egal, der wartet und denkt „irgendwann wird der schon aufmachen“. VP 2.1
Stelle mir Gott vor, wie er da sitzt und spielt, schöpft und zerstört, mahlt, mahlt, mahlt – und sich dabei langweilt! VP 8.1
 
22. Kindheitserinnerungen
Viele Bilder gingen in die Vergangenheit. Einmal zwischen 14 und 16, bei meiner Freundin auf dem Bauernhof. Es riecht nach Heu und Bauernhof. Bin dort auf dem Laubengang. VP 13.3
Plötzlich roch es wieder nach Grossmüetti, wo ich bei ihr in den Ferien war. Etwas mit 8 Jahren. Sehe das Haus, wie es gerochen hat. Der Grossvater hatte eine Schuhmacherei, diese Düfte – immer wieder viel wahrgenommen. VP 13.3
Bin zu Hause in meiner Kindheit, in der Stube, es ist Sommer und ich habe Kuhnagel. Wenn wir jeweils von draussen rein kamen, haben wir die Füsse mit dem Kuhnagel an den Ofen gehalten bis der Schmerz weg war. VP 13.3
Pulver – vor dem Turnen, Magnesium vor dem Geräteturnen: Eine Aluminium-Magnesium-Mischung? Fand Turnen immer schrecklich, hatte aber plötzlich das Gefühl, es sei ja was Elegantes. Mir fielen dann die Artisten ein, (plötzlich positiv besetzt, im Gegensatz zu sonst) VP 3.2
Eine Kindheitserinnerung, als ich etwa 4 war. VP 15.3
Comic- und Trickfilmfiguren tauchen ab und zu auf: Miss Piggy, Donald Duck und die Mickey Mouses. VP 8.3
 
23. Alte Menschen
Sah viele alte Menschen, meinen uralten Schwiegervater, Gefühle von Weisheit, Liebe. Das Alter kam immer wieder. Ein alter Opa, ein kleiner Junge. VP 15.3
Hatte eine Erinnerung, ein Tagtraum, von einem dreihundert Jahre alten Jungen. Der war einfach da, keine Situation VP 15.3
Gedanke an Veränderungen im Alter. Auch wenn man älter wird, macht man noch Pläne.
Seniorenuni. VP 15.3
 
24. Sorge um andere
Dachte fest an meine Freundin Pia, die eine Oberarmfraktur links hat, links. VP 14.3
Machte mir Sorgen wegen Zugluft. Aufpassen, dass niemand in der Runde sich erkältet. VP 8.3
Tagtraum: (…) Habe Mitleid mit dem Vogel, rufe die Feuerwehr. Der Feuerwehrhauptmann erklärt, er nehme den Vogel mit und pflege ihn zu Hause. Bin zutiefst dankbar (…) VP 9.2
 
25. Zahlenspiele
Lauter lustige Zahlenspiele im Kopf, z.B. die Island-Fussballmannschaft-Geschichte von vorhin; oder wieviel Übergewicht rund um den Tisch versammelt ist. Versuche auszurechnen, ob es reichen würde, einen weiteren Menschen daraus zu machen. (Locker! Einen weiteren Übergewichtigen!) VP 8.3
Weiteres langes Nachdenken über Zahlen: die heutige Brexit-Abstimmung. Wieviele Briten gibt es? Wie viele sind stimmberechtigt? Wieviele gehen abstimmen? Eine Minderheit der Gesamtbevölkerung – vielleicht eine Million – entscheidet (knapp, mithin zufällig!) über viele Millionen von Europäern! VP 8.3
Habe heute grösste Mühe, den Überblick über die Anzahl Verreibungsschritte zu behalten! VP 8.3
Wie heissen diese Zahlenrätsel, bei denen immer pro Zeile eine bestimmte Summe erreicht werden muss? VP 8.3 [Schaue später nach: Sie heissen Kakuro]
 
26. Bäume, Wald, Wiese, Felder
Sehe einen Nadelwald, der ganz in dichtem Nebel verhangen ist, es regnet. VP 2.1
Laufe im Licht, vor mir ist dunkler Wald, der weicht aber vor mir zurück, das geht immer so weiter. Dann stoppt das und ich ruhe mich auf einem Rastplatz aus, rundum ist allgemeines Gelächter. VP 2.1
Wollte von den Gedanken weg, konzentrierte mich aufs Reiben. War im Wald, hörte ganz viele Vögel zwitschern. Durch die Bäume schien die Sonne, unten war sattgrünes Moos und ein Bach. VP 12.3
Bei geschlossenen Augen sehe ich die Welten-Esche Yggdrasil. Zu ihren Wurzeln fliessen drei rote Flüsse, die aussehen wie pralle Blutadern. VP 1.3
Stand plötzlich in einer Wiese mit hohem Gras, spürte die Halme an meinen Armen, eine Mücke surrte vor meinen Ohren (nicht real!) VP 12.3
Ein steiler Hügel nach oben, muss dort rauf, es hat hohes Gras, oben ist es flach, sehe nur den Himmel und weiss nicht, was danach käme. VP 13.3
Viele Bilder, ging viel in die Vergangenheit. Einmal zwischen 14 und 16, bei meiner Freundin auf dem Bauernhof. Es riecht nach Heu und Bauernhof. Bin dort auf dem Laubengang. VP 13.3
Mehr Bilder bei der zweiten Verreibung: war plötzlich in einem Flugzeug. Über grossen Quellwolken. Nicht ganz bedeckt, sehe gut auf die Felder runter. VP 14.3
Wenn ich das Zeug fest an die Mörserwand reibe, entstehen Silhouetten von Bergzügen mit Bäumen auf der Kante, einmal ganz deutlich Eiger-Mönch-Jungfrau, oder von grossen Städten. VP 8.1
 
27. Vögel
Sehe den bunt gestreiften Holzvogel auf dem Regal. Er ist nicht wirklich lustig, er hat einen massiven Schnabel, er gibt sich nur so harmlos. VP 1.3
(…) War im Wald, hörte ganz viele Vögel zwitschern. VP 12.3
Tagtraum: Baum ohne Äste mit kleinen grünen Blättern gleich am Stamm, oben sitzt ein Vogel, der ruft „meine Flügel sind gelähmt, ich falle gleich runter!“ Habe Mitleid mit dem Vogel, rufe die Feuerwehr. Der Feuerwehrhauptmann erklärt, er nehme den Vogel mit und pflege ihn zu Hause. Bin zutiefst dankbar. Ganz enge geistige Verbundenheit mit dem Feuerwehrhauptmann. Als ein anderer Feuerwehrmann oben auf dem Baum ankommt, fliegt der Vogel weg. Dieses Miststück hat uns alle reingelegt! (…) VP 9.2
Das Kratzen im eigenen Mörser und bei jemandem vis à vis tönt wie Vogelgeschnatter (Enten). VP 2.3
Bild von einer Taube. VP 12.3
Lied: La Paloma. Wurde davon wieder heiter und leicht. VP 11.2
 
28. Flugzeug
Mehr Bilder bei der zweiten Verreibung: war plötzlich in einem Flugzeug. Über grossen Quellwolken. Nicht ganz bedeckt, sehe gut auf die Felder runter. VP 14.3
Das Flugzeug war so laut! Ist das normal für hier? Wo soll das landen? Stürzt das ab? VP 15.3

29. Märchen
Bilder von Schneewittchen und den sieben Zwergen. Man schaut immer in den eigenen Spiegel. VP 2.1
Schneewittchen und die Zwerge singen, tanzen und feiern zusammen. Dann kamen Hänsel und Gretel, die Hexe wartet auf die beiden, zeigt wie man Brot backt und lässt die beiden weitergehen mit dem Rezept. Die Hexe hat das Brot und die Kinder das Rezept. VP 2.1
Inneres Bild von der Begegnung zwischen Rotkäppchen und dem Wolf. VP 1.3
 
30. Hund, Wolf
Ein Hund oder ein Wolf steht vor mir, wartet ab, ist nicht bedrohlich. Ein stattliches, schönes Tier. VP 13.3
Ein Hund, ein grosser, harmloser – er war einfach da. VP 15.3
Inneres Bild von der Begegnung zwischen Rotkäppchen und dem Wolf. VP 1.3
 
31. Unerinnerliche Träume
Abends mühsames Einschlafen, oftes Erwachen und Hin- und Herwerfen; Träume ungereimten Zeuges, wovon er sich beim Erwachen keine Rechenschaft geben kann und sich auch dessen nicht erinnert. Boj 1
Sehr lebhafter Traum während des Mittagsschlafes, ohne sich beim Erwachen des Traumes erinnern zu können. Boj 31
 
32. Abends 11 Uhr nach dem Niederlegen, in dem Augenblicke, als er eben einschlafen wollte, als er noch im Halbschlummer war, ein Gefühl, als vergingen alle Sinne, mit unsäglichem Schweregefühl im Kopfe, wie Schwindel, dabei die Empfindung, als wiche alles Blut aus dem Kopfe, mit Prickelgefühl im Gesichte, daher plötzliches Erwachen, worauf er lange bis nach Mitternacht nicht einschlafen kann, dabei lästiges, brennendes Jucken im Haarkopfe. Boj 39
 
33. Hin und her fliessen oder wackeln
Eingenommenheit und Schwere des Kopfes, wie nach Durst, mit drückendem Stirnkopfschmerz in beiden Stirnhügeln, Schmerz wie voll, durch Bewegen und Schütteln des Kopfes vermehrt; es ist als fliesse es im Gehirn hin undher. Boj 32
Erwachen um 4 Uhr Morgens mit Schmerzen im ganzen Kopfe, als wäre ein Reif auf den Kopf gezwängt, mit Schwere im Kopfe. Beim Kopfschütteln ist es, als wackle das Gehirn hin und her. Darauf schläft er wieder ein und wacht um 7 Uhr mit demselben Kopfschmerze wieder auf, der nach dem Aufstehen vergeht, es bleibt aber doch Schwere und Eingenommenheit des Kopfes zurück. Boj 59
Schwindeliges, taumliges Gefühl wie nach einem langen Kamelritt. VP 11.2
 
34. Schwimmen
Sehe ich mich von aussen? In einer ruhigen Wellenbewegung tauche ich tief, ohne Sauerstoffmaske, schwimme in die Tiefe, es wird dunkler und dunkler. VP 13.3
Der schöne Sommertag draussen beeinflusst mich stark: Bilder vom Neuenburger- und Genfersee. Möchte schwimmen. Oder rücklings im Salzwasser liegen, mich treiben lassen, entspannen. VP 8.3

35. Leichtigkeit
Erleichtert, der Schwerkraft entbunden. VP 11.2
Leichtigkeit im Kopf, klares Gegenwärtigsein. An die Schwere von gestern gedacht, ist das jetzt toll! VP 1.2
Das Drehen geht ganz leicht und beschwingt. Als ob ich über der Substanz schwebe. Es braucht gar keine Kraft. VP 2.3
Poren gingen von innen her auf, Leichtigkeit breitet sich aus, was vorher noch schwer war, wird beiseitegeschoben. VP 2.3
Lied: La Paloma. Wurde davon wieder heiter und leicht. VP 11.2
 
36. Schwächegefühl in den Beinen, Angst, nicht gehen zu können. VP 11.2
 
37. Wie bei Krankheit
Tabakrauchen schmeckt nicht; es ist, als ob man lange nicht geraucht habe, wie nach langer Krankheit. Boj 34
Nach dem Mittagsschlafe ein eigenes unbestimmtes Unbehagen im ganzen Körper, ungefähr wie nach Krankheit oder wie Vorboten eines Fiebers, eine Art Unsicherheit im Gehen und Bewegen, nach Gehen in freier Luft gegen Abend verschwindend. Boj 37
Niesreiz. Im Rachen leicht wundes Gefühl, Ohren sind leicht zu, wie bei einem Infekt. Nase läuft immer noch. VP 5.1
Ohren gehen zu. Ganzer Oberkopf fühlt sich verstopft an, wie bei einer schweren Erkältung. VP 8.1
Heiss, wie im Fieber. Anfänglich war mir kalt gewesen. VP 8.1
Frost am ganzen Körper, als ob ich krank würde. VP 1.3
Niesen, Gefühl wie von einem frischen Schnupfen in der Nase, reichliches wässriges Naselaufen, Benommenheit des Kopfes, Schwächegefühl. RV 2.3
Nasenfluss. Schneuzen, sehe auch P6 und P8 beim Schneuzen. VP 1.1
 
38. Geräuschempfindlichkeit
Das Abklopfen der Pistille ist schmerzhaft laut. VP 7.1
Es erschreckt mich das unvorhersehbare Knallen der Stössel am Tisch. VP 4.1
Das Hören war sehr nahe, als ob alles im eigenen Kopf entsteht. War manchmal nicht so sicher, ob das Geräusch aussen ist, oder im eigenen Kopf ist. Wie bei einem Tinnitus. VP 3.1
Das Klappern der andern stört mich. Soll ich die Verreibung alleine machen, um überhaupt etwas wahrzunehmen? VP 7.2
Gefühl, entfernte Geräusche seien so nah. Hörte den Zug und andere Sachen, die ich vorher gar nicht wahrgenommen hatte. VP 12.3
Geräusche fielen auf, die Tram, Stimmen, Vögel, wenn etwas geklappert hat. VP 15.3
Die Umwelt mit all ihren Geräuschen ist weit weg. VP 8.3
Das Flugzeug war so laut! Ist das normal für hier? Wo soll das landen? Stürzt das ab? VP 15.3
 
39. Lieder
Muss an Calendula denken, an das „una paloma blanca-Lied“. Alles, was ich denke, bleibt ganz lange haften. VP 1.1
Lied: La Paloma. Wurde davon wieder heiter und leicht. VP 11.2
Schlager: Die Rose vom See. VP 11.2
We running out that hill…. Kate Bush VP 13.3
Im St. Bernhard, wo ich den Abschluss von meiner Krankenpflegelehre gemacht habe: Singe mit den Leuten die alten Lieder, vom Munotsglöcklein usw. Was ich gerne gemacht habe. Was ich machen kann, es ist so leicht, das zu machen. Leichter als die Pflege gut zu machen oder alles andere, was ich auch machen muss. Man kann mit dem Singen Leute holen, die Dementen, ihnen mit Leichtigkeit ein gutes Gefühl geben. VP 13.3
 
40. Farben
Ich glaube, einen grünlich-bläulichen Schimmer im Pulver zu sehen. VP 6.1
Dieses Pflänzlein gibt schöne, dunkelbraune Verreibungsstreifen. VP 4.1
Sehe Zitronengelb im Bild vis à vis, schneidend, warnend, Gewitterstimmung. VP 1.1
Sehe grüne Sprenkel im Milchzucker. VP 13.3
Ein paarmal der Eindruck, der Milchzucker sei ganz grün geworden. Irritierte mich manchmal. VP 15.3
Offenbar war durch das Verreiben eine hellere Färbung des Milchzuckers entstanden. Die Beigabe der zweiten Portion Milchzucker ist jedenfalls deutlich gelber. VP 8.3
 
41. Hitze in Gesicht und Augen
Gefühl, als steige Blut ins Gesicht, mit Hitzegefühl in Gesicht und Augen. Boj 17
Es steigt in die Augen, wie etwas Heisses, das Brennen und Beissen verursacht, und ein Gefühl, als sollten Thränen fliessen, die aber nicht erscheinen. Boj 18
Sehr starke Gesichtshitze, wie Blutandrang, mit Brennen der Ohren, die geröthet sind. Das Gesicht leicht geröthet. Boj 69
Hitzeaufsteigen nach dem Kopfe mit Röthe des Gesichts. Boj 80
Vermehrte Röthe des Gesichts. Boj 89
Augen brennen. VP 12.3
Zwischendurch ganze Stirn innerlich ein schwerer, warmer Schwamm. Oberhalb der re Augenbraue ein unangenehmes Pochen. VP 13.3
Spürte ein Brennen im rechten Auge, wurde sogar tränend. Kam es vom Schweiss? VP 14.3
 
42. Undeutliches Sehen, Tränenfluss
Morgens früh nach dem Aufstehen die Augen, besonders das linke, voller Schleim, der in den Winkeln und Wimpern zu Krusten eingetrocknet, dabei undeutliches Sehen, wie durch Flor; durch Blinzeln und Reiben gebessert. Thränen des linken Auges, Schründen und vermehrtes Wärmegefühl in demselben. Die Sclerotica ist lebhaft geröthet. Boj 74
Seit Beginn verschwommener Blick, jetzt wässrige Augen. VP 1.1
Boj 18
 
43. Kälte im Schlund
Beim Athmen der Stubenluft scheint diese sehr kalt und es ist ihm, als hätte er Pfeffermünze gekaut. Boj 44
Gegen Abend wird das Gefühl von Kälte im Schlunde und der oben bezeichneten Stelle der Speiseröhre besonders fühlbar und vergeht auch während des Essens nicht. Boj 57
Das oben beschriebene kalte Gefühl in der Speiseröhre erstreckte sich auf die beiden vordern Brustseiten, unter den Wangen hin und in den obern Theil des Schlundes, dabei Brustbeklemmung, die zu tiefem Athem nöthigt. Boj 62
 
44. Trockenheit, Kratzen im Hals
Husten wegen Kratzen im Hals. Werde nachlässig, es mangelt an Konzentration, neige zu ungeschickten Bewegungen, es hat gespritzt VP 11.2
Mir ist von alledem so dumm im Kopf, der Mund ist trocken, der Gaumen klebt an der Zunge, wieder heiter. VP 11.2
Trockenheit im Hals, Gefühl es sei Rauch drin. VP 12.3
Trockener Hals am Schluss. Wie wenn man einen trockenen Reizhusten hat. (Hat im ganzen ersten Teil ständig gehüstelt) VP 14.3
Hals wurde kratzig VP 15.3
Hals wird trocken, leichtes Brennen. VP 1.3
Etwas Halsweh oben im Gaumen, am hinteren Rand, gegen das Halszäpfchen hin. VP 8.3
 
45. Durst
Durst. Wollte auch Wasser in das Zeug reinschütten. VP 5.1
Durst!! Gähnen!!!! VP 8.1
Schluckneigung wegen Trockenheit, Durst auf kaltes Wasser. VP 11.2
Halte es ohne Wasser zu trinken nicht mehr aus, stürzte ein Glas Wasser runter. VP 11.2
 
46. Flüssigkeit, Wasser
Die Substanz war wie flüssig, es schwappte so. Auch wenn es beim Schaben so harzig war an der Wand, aber beim Drehen war es fast wie eine Flüssigkeit. VP 3.1
Möchte das Zeug feucht machen. Überlege, ob wir die C3-Globuli vor der Verreibung hätten im Wasser auflösen sollen. VP 8.3
Durst. Wollte auch Wasser in das Zeug reinschütten. VP 5.1
Nach Waschen mit kaltem Wasser, was sehr unangenehm war, Gefühl als würde der Kopf gross, dieses Gefühl ging von den Wangen aus hinauf, dabei wurde der Druck und das Brennen im Schlunde und in der Speiseröhre ärger und fast bis zum Unerträglichwerden, gleich darauf im Kopfe eine Anwandlung von Schwindel mit Gefühl von Hitze in den Wangen. Boj 61
 
47. Wärmegefühl in der Speiseröhre
Auf einer kleinen Stelle unter dem Schwertfortsatze ein brennendes Wärmegefühl, als sei etwas Scharfes oder Heisses genommen worden, doch ohne Schmerz. Abends nach der 3. Gabe wird dieses Gefühl noch deutlicher und ist beinahe wie Sodbrennen, doch in geringem Grade. Boj 2
Das gestern in der Herzgrube (in dem Magenmunde) empfundene Wärmegefühl ist heute weniger im Magen, als in der Speiseröhre, ungefähr in der Gegend des Manubrium sterni und ist mehr ein Brennen, welches nach jeder Gabe fühlbarer wird. In der Zwischenzeit von einer Gabe zur andern, besonders da erstere durch dazwischenkommende Geschäfte länger wird, verschwindet dieses Gefühl zuweilen bis auf ein kaum merkliches, erscheint aber dann gleich wieder bei und nach dem Einnehmen. Boj 5
Das brennende Drücken an der bezeichneten Stelle der Speiseröhre verschwindet gewöhnlich über Nacht und erscheint dann sogleich wieder nach dem Einnehmen; gebessert wird dieses Gefühl teilweise durch Trinken und beim Essen, verschwindet wohl auch gänzlich während desselben, nicht so bei leerem Schlucken. Boj 14
Der Druck und das Brennen in der Speiseröhre und im Schlunde währen ebenso in demselben Grade fort, wie gestern. – Sonst wurde nichts Erhebliches, oder das nicht schon notirt wäre, empfunden. Boj 75
Erhöhtes Wärmegefühl den Schlund hinab bis in den Magen. Hitzegefühl in der Speiseröhre gegenüber dem Manubrium des Brustbeines. Boj 85
Einer Geschäftsreise halber musste mit dem Einnehmen eine ganze Woche pausirt werden. – Während der ersten 2 Tage, nachdem aufgehört worden war einzunehmen, also am 12. und 13. Tage der Prüfungszeit, verschwanden alle Symptome, auch die der Speiseröhre und des Schlundes. Boj 77
Boj 19, 29, 43, 61
 
48. Ein grosser Bissen
Zu dem alle diese Tage beobachteten Brenngefühle in der Speiseröhre, in der Gegend des Manubrium sterni hat sich ein Druckgefühl gesellt, das ganz jenem Drücken zu vergleichen ist, welches dem Verschlucken eines zu grossen Bissens folgt, wie dieses auch wohl nach einem zu grossen Stücke hartgesottenen Eies empfunden wird. Boj 9
Das Brennen und Drücken an der früher schon bezeichneten Stelle der Speiseröhre ist heute besonders arg, es ist, als würde die Speiseröhre an dieser Stelle mit Gewalt zusammengedrückt, dabei viel und oft geruchloses Luftaufstossen; während des Aufstossens und Essens wird dieses Gefühl gemindert, dabei an dieser Stelle eine Empfindung, als wäre ein harter, grosser Körper mit Gewalt durchgedrängt worden. Boj 29
 
49. Engegefühl, zusammenziehen, zusammengedrückt
Das Brennen und Drücken an der früher schon bezeichneten Stelle der Speiseröhre ist heute besonders arg, es ist, als würde die Speiseröhre an dieser Stelle mit Gewalt zusammengedrückt, dabei viel und oft geruchloses Luftaufstossen (…) Boj 29
Das Gefühl von Brennen in der oben bezeichneten Stelle der Speiseröhre ist heute mehr wie drückend, mit der Empfindung, als wäre es dort zu eng, ohne dass das Schlucken dadurch beeinträchtigt wäre; es erstreckt sich bis in den Schlundkopf und den Magen, wo ein eigenes Weichheitsgefühl empfunden wird. Boj 43
Herzklopfen mit Angst, aufsteigender Hitze und Kurzatmigkeit; Empfindung, als ob jemand mit der Hand ihren Kehlkopf zuhielte; zugleich reissende Schmerzen und zeitweise Steifigkeit der rechten Hand, ebenso in der Schläfengegend und unter dem rechten Ohre. RV 1.1
Engegefühl im Hals mit leichtem Brennen. VP 1.1
Beengung auf der Brust. VP 1.1
Mützengefühl auf dem Kopf. VP 1.1
Zusammenziehende Empfindung auf dem Schädel. VP 1.1
Generell viele Zusammenzieh-Symptome: Zwischen den Schulterblättern. Ein Kältegefühl. VP 12.3
Ziehen in der Halsgrube, erstreckte sich nach oben zum Kinn. War auch mit Neigung zum Luftholen, auch ein Engegefühl. VP 12.3
Verspannung, wie eine Schraubzwinge hinter den Hinterhauptshöckern. VP 12.3
Zusammendrücken in der Hüfte. VP 12.3
Zusammendrücken in den Rippen nach innen. VP 12.3
Die Schultern waren extrem verspannt. Zog in der BWS wie so Nadelstiche, alles zog sich zusammen, spürte es in den Armen, richtige Verkrampfungen. VP 15.3
Bekomme Enge im Hals, Schlucken fällt schwer. VP 1.3
 
50. Appetit
Nach einer kleinen Mahlzeit voll im Oberbauche und unter den falschen Rippen. Boj 46
Gleich nach dem Einnehmen verschwand der Hunger und kehrte erst Abends 9 1/2 Uhr wieder, war aber schon nach geringem Essen befriedigt. Boj 90
Lust auf Vanillepudding. VP 13.3
 
51. Gerüche
Geruch von Aprikosen. Oder ist es doch noch vom Frühstück? Dabei denke ich an Vanille, wahrscheinlich wegen der schwarzen Pünktchen. VP 7.1
Nach dem Nachfüllen erneut starker Geruch nach Aprikosen, dann kurzzeitig Kaffeeduft. VP 7.1
Ein mir durchaus bekanntes Ziehen in der Herzgegend nimmt zu, wie der Aprikosengeruch. VP 7.1
Kurz ein Geruch von Tarte flambée au Munster. VP 7.1
Wieder Kaffeegeruch. Kann das sein? Nur Gerüche? Denke Gerüche und schreibe „Gerüchte“. Dabei die Assoziation an das „Geschmäckle“, Beigeschmack. VP 7.1
Erst stumpfer, dann säuerlicher Geschmack im Mund. Wird zunehmend säuerlich. VP 6.1
Säuregefühl im Mund wird so stark, dass ich Wasser trinken muss. VP VP 6.1
Ausglühen des Mörsers ? Der muss doch nach Glut stinken. VP 4.1
Die Verreibung riecht erdig-würzig.VP 4.1
Geruch algenartig. Mehrmals notiert: Der Geruch bekam etwas Beissend-Scharfes. VP 3.1
Geruch wie von Gemüsesuppe, kann es aber nicht benennen, finde den Namen nicht. VP 2.1
Fischiger Geruch. VP 1.1
Fischgeruch der Substanz VP 8.1
Hinter dem Fischgeruch taucht ganz am Ende etwas Süsses auf, sofort entsteht Hoffnung, das Licht am Ende des Tunnels! VP 8.1
Ein Geruch wie reife Getreideähren. VP 4.2
Beim Schaben: Geruch nach Freibad, Chlor, nackte Körper. VP 10.2
Lass mich noch ein letztes Mal riechen, eh du entschwindest. VP 10.2
Dauernd das Gefühl, ich rieche was, konnte es aber nicht verifizieren. Zitrone? Das Deo? Rieche jeden einzelnen Menschen. War ständig mit dem Riechen beschäftigt. VP 5.2
Immer Gefühl, ich müsse nochmal riechen. Wusste nicht, was ich damit machen soll. VP 5.2
Frischer Blütenduft, leicht zitronenartig. VP 7.2
Rieche diesen Duft in der Nase, den ich jeweils bekomme, wenn ich ein Schmerzmittel nehme. Er erzeugt ein zusammenziehendes Gefühl zwischen den Augen und in der Stirne. VP 1.3
 
52. Umgehen, Kneifen im Bauch
Beim Stuhlgang Umgehen und leises Kneifen im Unterbauche. Boj 28
Nach dem Essen Umgehen um den Nabel, mit Schweregefühl im Unterbauche und Drängen auf den Mastdarm, mit Abgang einer geruchlosen Blähung; gleich darauf eine kleine bröcklige Stuhlausleerung; nach derselben ist die Schwere im Bauche noch fühlbarer. Boj 48
Nach einer geringen Mahlzeit Umgehen im Unterbauche, mit Knurren und leisem Kneifen, wonach ein Gefühl wie Verlangen zum Stuhle sich einstellt, es geht aber nur eine geruchlose Blähung ab. Boj 65
 
53. Luftaufstossen
Während des Tages öfteres Luftaufstossen ohne Geruch. Boj 13
Oft und viel Luftaufstossen. Boj 47
Nach jedem Essen und Trinken viel Luftaufstossen. Boj 66
Ausser wiederholtem Luftaufstossen wurde den ganzen Tag hindurch nichts beobachtet; das Brennen und Drücken im Schlunde hat sich nicht wieder eingestellt. Boj 78
Boj 65
 
54. Hitze im Körper
Nachmittags 5 Uhr ist ihm sehr warm in gewöhnlicher Stubentemperatur und es überläuft ihn wie Hitze an verschiedenen Körperteilen, namentlich Kopf, Schultern und Brust, als wollte Schweiss ausbrechen, dabei etwas feuchte Stirn. Boj 67
Eine halbe Stunde darauf duftende Haut am ganzen Körper, bei feuchter Stirn und Händen. Boj 70
Während des Essens und nach demselben Hitzegefühl im ganzen Körper und Blutandrang nach dem Kopfe, mit geringem Schweissausbruch an Kopf, Brust, Rücken und Händen. Boj 87
Boj 19, 81
Ausströmen von Wärme an Oberkörper, Armen, Kopf. VP 2.3
 
55. Schwitzen
Schmerz trieb mir den Schweiss auf die Stirn. VP 5.2
Sehr starkes Schwitzen am Thorax, lässt im 2. Teil der Verreibung deutlich nach. VP 7.2
Schwitzen wurde mehrfach genannt, zuerst wegen der herrschenden Hitze nicht aufgenommen – es sei hier aber nachgetragen! VP 7.2
Hitze im Oberkörper. Merke, dass die Füsse eiskalt sind und dass ich auch am Oberkörper unter dem Schwitzen eine Kälte auftaucht, ein Frieren. VP 2.3
Das Schwitzen, total nasser Hals im Nacken, über die Schultern. VP 15.3
 
56. Kälte, Frost
Hitze im Oberkörper. Merke, dass die Füsse eiskalt sind und dass ich auch am Oberkörper unter dem Schwitzen eine Kälte auftaucht, ein Frieren. VP 2.3
Generell viele Zusammenzieh-Symptome: Zwischen den Schulterblättern. Ein Kältegefühl. VP 12.3
Gefühl von einem kühlen Wind über den Rücken. VP 12.3
Frost kriecht den Rücken hoch und über die Arme. VP 1.3
Berdürfnis ein Tuch um die Schulter zu legen, wegen Frost (bei 26°). VP 1.3
Frost am ganzen Körper, als ob ich krank würde. VP 1.3
 
57. Libido, Geilheit
Früh im Bette starke Erectionen und grosse Geilheit. Boj 41
In der Nacht geile Träume und Pollution. Boj 83
Mit einem Pistill, Stössel, in einem Mörser rummachen… Mörser – Möse… VP 10.2
Wenn Menschen vögeln, wie heisst das dann bei Spatzen? „Hallo mein Spatz?“ VP 10.2
 
58. Sie wagt die Prüfung nicht fortzusetzen, aus Furcht vor allzuschwerer Affektionen des Herzens. RV 6.1
 
59. Angeschwollen, vergrössert
Die Adern an den Händen schwellen an, die Hände brennen und sind feucht. Boj 68
Erhöhtes Wärmegefühl im ganzen Körper mit Schwere, die Hände sind wie vollgegossen, schwer und heiss. Boj 81
Stark angelaufene Adern an den Händen. Boj 88
Nach Waschen mit kaltem Wasser, was sehr unangenehm war, Gefühl als würde der Kopf gross, dieses Gefühl ging von den Wangen aus hinauf, dabei wurde der Druck und das Brennen im Schlunde und in der Speiseröhre ärger und fast bis zum Unerträglichwerden, gleich darauf im Kopfe eine Anwandlung von Schwindel mit Gefühl von Hitze in den Wangen. Boj 61
Der Bauch fühlt sich so dick an, als hätte ich zu viel gegessen oder getrunken. Der Gürtel spannt. VP 6.1
 
60. Im Freien besser
In der Stube wird der drückende Kopfschmerz und die Vollheit in der Stirn schlimmer als im Freien. Boj 86
Pulsirender Kopfschmerz im linken Stirnhügel, wie Druck und wie voll, ärger beim Bücken und Niesen, in freier Luft besser. Boj 16
Nach einem Spaziergange verging der Kopfschmerz. Nachdem der Kopfschmerz den ganzen Tag über in der ganzen Stirn gewesen, concentrirte er sich wieder unter dem linken Stirnhügel und verschwindet dann nach Gehen in kalter Luft. Boj 35

61. Ziehen, Spannen
Ein mir durchaus bekanntes Ziehen in der Herzgegend nimmt zu, wie der Aprikosengeruch. VP 7.1
Ziehen in der rechten Schulter und in der li Hand im Grundgelenk des Mittelfingers. Gefolgt von einer langen Gedankenkette, wie das Gelenk korrekt heisst, es fiel mir aber nicht ein. VP 7.1
Schmerz im li Nierenbereich, Spannung. VP 2.1
Starke Verspannung in Schultern-Nacken. VP 8.1
Dann fing das Martyrium an: Kriegte Verspannung im Rücken, auch eine schmerzhafte Hand, in den Muskeln des UA, lähmiger Schmerz bis in die Schulter hoch. VP 5.2
Linke Halsseite fühlt sich gespannt, kongestioniert an. Schmerz innen hinter dem Ohr hoch bis in den oberen Hinterkopf. Ein dumpfer Stich. VP 8.3
Starke Verspannung in Nacken, Schultern, oberem Rücken. VP 8.3
Leise ziehender Zahnschmerz in den Backenzähnen der linken Seite, ohne bestimmen zu können, ob es in der obern oder untern Kinnlade sei. Boj 53
 
62. Gelenkschmerzen
Schmerzen in der linken Schulter, an der Stelle, wo ich meinen Sturz hatte, verschwand irgendwann. VP 3.1
Schmerzen im re Handgelenk vom Reiben, ging auch wieder weg. VP 3.1
Habe seit gestern einen Schnitt im Finger, spürte einen Schmerz, aber ein Fingergelenk nach hinten verschoben. VP 3.1
Hand kribbelt, dachte, das sei ich, weil ich die Beschwerden im Handgelenk kenne. Hand schlief fast ein, wechselte auf die linke Hand, rechte ausgeschüttelt. Darf ich das tun? Ich muss ja, um weitermachen zu können. VP 13.3
 
63. Müde, abgeschlagen
Nachmittags grosse Abgespanntheit mit Recken der Glieder und Gähnen. Boj 30
Mattigkeit, Abgeschlagenheit, müde mit Schläfrigkeit, er muss sich am Nachmittage hinlegen und einige Stunden schlafen. Nach dem Schlafe etwas frischer. Boj 49
Verlangen mich hinzulegen. VP 11.2
Wurde total müde, könnte nur noch schlafen. Mag nicht mehr weitermachen. Die Umgebung entschwindet, driftet weg. VP 2.3
Müdigkeit war extrem, schob es erstmal auf die Wärme. Am Anfang war das Rühren ganz leicht, alles war homogen, dann wie so ein Schlag, merkte dass ich abdrifte, bis zur extremen Müdigkeit kurz vor dem Einschlafen. VP 15.3
Extreme Müdigkeit im Kopf. Bin wie narkotisiert. Nicht so sehr im Körper, sondern vor allem in der Stirn. VP 8.3
 
64. Eingenommenheit und Schwere
Eingenommenheit des Kopfes mit etwas Schwere. Boj 45
Eine halbe Stunde später Schwere und Eingenommenheit des Kopfes. Boj 71
Nach dem Essen Umgehen um den Nabel, mit Schweregefühl im Unterbauche und Drängen auf den Mastdarm, mit Abgang einer geruchlosen Blähung; gleich darauf eine kleine bröcklige Stuhlausleerung; nach derselben ist die Schwere im Bauche noch fühlbarer. Boj 48
Nachmittags Schwere in den Beinen, wie voll, besonders beim Treppensteigen. Boj 50
In den Beugemuskeln der Vorderarme Gefühl, als wolle Krampf entstehen bei Anfassen und Heben leichter Gegenstände; sind diese etwas schwer, so entsteht in der That Krampf, Nachmittags vergehend. Boj 51
Abends 7 Uhr ohne Veranlassung Husten, anfangs trocken, später feucht, mit Kitzeln und Schwere im Halse, das lange nach dem Husten fortdauert. Boj 52
Boj 32, 39, 59
Unüberwindliche Schläfrigkeit und Schwere in allen Gliedern, mit Eingenommenheit des Kopfes. Boj 79
Während und nach dem Mittagsschlafe Aufwachen, konnte aber lange die Augen nicht aufmachen vor Bleischwere der Augenlider, dabei Stirnkopfschmerz, wie nach Rausc, der auch nach dem Aufstehen fortdauert; Drücken, Stirnschmerz wie voll. Gegen Abend ist der Stirnkopfschmerz erträglicher und mehr im linken Stirnhügel. Boj 82
Die gestrigen Symptome sind heute Morgen alle verschwunden. Eine Stunde nach dem Einnehmen Schwere und Eingenommenheit des Kopfes, wie beginnender Kopfschmerz. Boj 84
Schläfrigkeit, Schwere des Kopfes. VP 11.2
Wieder zusammengesackt, ganz schwierig, mich aufzurichten. VP 11.2
Schweregefühl, Zweifel am Sinn. VP 11.2
Schwere des Kopfes, zusammensacken in mir. VP 11.2
 
65. Verschliessungsgefühl
Abends mehrere Male ein Gefühl, als müsse Stuhlausleerung eintreten, dabei ein Stich von der Blasengegend nach dem Mastdarme, der wie mit Gewalt verschlossen ist und erst nach langem Drängen geht eine stockende Blähung ab. Boj 23
Öfteres Abgehen sehr übel riechender Blähungen. Boj 24
Prickelndes Verschliessungsgefühl am After, besonders Abends. Boj 25
Vor dem Schlafengehen eine Ausleerung, deren eine Hälfte hart, die andere weich und ziemlich dünn geformt, von Prickeln, Fressen, Brennen und Beissen am After begleitet, das noch lange nachher anhält; bei dem Stuhle ein Gefühl, als öffne sich der After nur ungenügend. Boj 26
Gefühl von gewaltsamer Verschlossenheit des Afters mit Kriebeln, Prickeln und Stechen, mehr im Gehen als im Sitzen. Boj 55
 
66. Hinein- und hinaufgezogen
Kriebeln und Prickeln im Mastdarme mit dem Gefühle, als wäre er hineingezogen. Boj 54
Abends um 10 1/2 Uhr eine kleine härtliche Stuhlausleerung mit Brennen und Wehthun des Afters während und nachher, und einem Gefühle, als würde der After oben in den Mastdarm hinaufgezogen und als läge dort noch etwas Hartes. Boj 72
 
67. Beobachtungen im Stuhlgang
Der Koth ist klumpig, kugelig wie Hasenkoth, ohne hart zu sein und von normaler Farbe. Boj 11
Die am Abend erfolgende Stuhlausleerung hinterliess lange nachher ein prickelndes Zusammenziehgefühl im After. Boj 12
Unter langem Pressen und Drücken, wobei der Koth gar nicht zum Mastdarme heraus will, erfolgt eine geringe Stuhlausleerung, hart wie Ziegenkoth. Boj 21
Abends eine kleine Stuhlausleerung, anfangs dicken, nachher dünngeformten Kothes, doch nicht hart; nach der Ausleerung Prickeln und Zusammenziehen im After. Boj 38
Oefteres Verlangen zum Stuhl, das plötzlich wieder vergeht. Boj 56
Boj 10, 20, 48, 64, 72
 
68. Urin trüb, wolkig, sandig, zitronenfarben
Der am Abend, gestern, gelassene Urin wird trübe, als wäre er mit Lehm gemischt, auf seiner Oberfläche hat er ein feines Häutchen, das wie Fett aussieht und beim Hin- und Herschwappen der Flüssigkeit zerreisst. – Die Farbe des Harnes ist hellgelb, beinahe strohfarbig. Boj 3
In dem hellgelben Urine bildet sich schon nach einer Stunde nach dem Uriniren eine flockige Wolke, die an der Oberfläche der Flüssigkeit hängt. Boj 4
Der gestern gelassene Urin trübe, wolkig, wie mit Lehm gemischt, die Oberfläche ist mit einem schillernden Häutchen bedeckt, das mit einer Menge rother Körnchen besäet ist; diese gesammelt, haben das Aussehen von Sand, lassen sich unter dem Messer mit knisterndem Geräusche zerdrücken und bilden dann ein rothes, ziegelmehlartiges Pulver. Boj 6
Der heute Morgen gelassene Harn ist noch heller als gestern und noch nicht kalt geworden, hat sich schon eine Wolke gebildet, die ebenso gross ist und auch an der Oberfläche der Flüssigkeit hängt. Boj 8
An seiner Oberfläche haben sich wieder rothe Sandkörnchen angesetzt und die am Boden liegende Wolke zeigt überall eine Menge dieser Sandkörner, die ihr das Ansehen von Froschlaich geben. Boj 33
Gegen Abend ist der gelassene Urin ganz hell und citronenfarbig. Boj 73
Boj 7, 15, 36, 42, 60, 63, 76, 83
 
69. Geheilt durch die Wurzel
Verhindert die Tollwut bei von tollen Tieren gebissenen Menschen und Haustieren, was selbst im vergleichenden Tierversuch belegt werden konnte. RV 4.1
Epilepsie bei einem Mädchen, seit Kindheit bestehend, geheilt durch tägliche Einnahme von drei Tassen eines starken Dekokts der Wurzel. RV 19


ZUR SUBSTANZ


Spiraea ulmaria, Ulmen-Spierstrauch, Wiesengeissbart, Sumpfspierstaude, Wiesen-königin, Mädesüss. Tinktur der frischen Wurzel

Medizingeschichtlich ist Mädesüss interessant, da lange Zeit aus ihren Blütenknospen Salicylaldehyd gewonnen wurde, ein entzündungshemmender Wirkstoff, der heute in abgewandelter Form als synthetisch hergestellte Acetylsalicylsäure verkauft wird. Das Echte Mädesüss, das man damals botanisch noch den Spiersträuchern (Spiraea) zuordnete, hat zur Entwicklung des Markennamens Aspirin beigetragen. Während das „A“ für Acetyl steht, ist „spirin“ aus dem Begriff „Spiraeasäure“ abgeleitet. (Wikipedia)
 
Heute ist Tee aus den Blüten enantiopathisch als Salizylatdroge und schweisstreibendes Mittel in Gebrauch, aber auch nach dem Ähnlichkeitsgesetz wurde Spiraea-Tinktur verschrieben, nämlich bei Gelenkrheumatismus, wenn er mit profusem Schweiss verbunden ist. Eine wichtige Akutindikation des Tees ist akuter Harnverhalt durch vergrösserte Prostata – er öffnet den Abflussweg. Homöopathisch-klinische Verifikation mit der potenzierten Droge liessen sich nicht auffinden. RV


ANMERKUNGEN ZUR TOLLWUT


Die ersten ärztlichen Nachrichten über die Wirkung der Spiraea stammen von dem in einem Dorfe des Kreises Wereisk des Moskowischen Gouvernements ansässigen Dr. Kunen her; die Art und Weise, wie er das Mittel kennen gelernt und später selbst angewendet, teilt er in einer kleinen 1844 erschienenen Schrift folgendermassen mit:
Im Jahre 1832 wurde ich von meinem eigenen, toll gewordenen Hunde gebissen und an mehreren Stellen der Hand stark verwundet, der Hund wurde darauf eingesperrt, frass und soff nicht, heulte mit ganz eigenthümlicher Stimme und krepirte 3 Tage darauf mit allen Symptomen der Hundswuth.
Mit den Erfahrungen der berühmtesten Aerzte bekannt und durch eigene traurige Resultate nur zu gut davon überzeugt, dass alle bisher in der Medicin gangbaren Mittel gegen die Wasserscheu und den Biss toller Hunde nur zu oft im Stich lassen, beschloss ich, nach einem in der Nachbarschaft wohnenden und durch die glückliche oft ausgeführte Behandlung dieser Krankheit berühmt gewordenen Bauer zu schicken.
Von ihm erhielt ich eine Portion frischer kleingeschnittener Wurzeln (er gab diese sowohl im Sommer als Winter nicht anders als frisch) mit der Weisung, 3 Tage hintereinander, am Morgen einen Theelöffel davon einzunehmen.
Es sind nun jetzt seit der Zeit bereits 18 Jahre verflossen, ohne dass ich je irgend Folgen von dem Bisse des Hundes empfunden habe.
Von selbst verständlich musste ich mich für die Kenntniss der Pflanze, der die Wurzel angehörte, interessiren, und der Bauer war auch ohne alles Widerstreben sogleich bereit, mir die Pflanze zu zeigen; diese Pflanze ist die Spiraea ulmaria. 18 Jahre hindurch habe ich mich dieses Mittels in vielen Fällen von tollem Hundebiss in der angewiesenen Weise (einen Versuch mit der getrockneten Wurzel wagte ich nicht) immer mit dem glücklichsten Erfolge bedient.
 
In unserer Gegend werden, aus Mangel an Sorgfalt und Pflege, Hunde sehr oft toll und ich bediente mich derselben vorzugsweise, indem ich meinen eigenen sehr starken Hofhund auf sie losliess, der sie dann auch immer tödtete und auch immer dabei verwundet wurde; jedes Mal nach einem solchen Versuche bekam der Hofhund in der oben angegebenen Weise 3 Gaben frischer Spiraea-Wurzel und ist während vieler Jahre immer gesund geblieben. – Durch eigene langjährige Erfahrung von der ausgezeichneten Wirkung derselben überzeugt, teilte ich dies Mittel Bekannten und Freunden mit, und hatte oft genug die Freude, zu erfahren, dass es in allen Fällen dieselbe wohlthätige Wirkung geäussert, daher halte ich es für meine Pflicht, meine Erfahrungen zur öffentlichen Kenntniss zu bringen, um einem in einer so schrecklichen Krankheit positiv wirkenden Mittel einen grössern Wirkungskreis zu verschaffen.
 
Das 1844 erschienene Schriftchen von Kunen erlebte schon nach dem Tode des Verfassers, 1852, eine neue Auflage mit einigen Zusätzen eines Herrn Schiboeff (ob dieser Arzt ist oder nicht, darüber kann Dr. Bojanus keine Auskunft geben), denen wir Folgendes entnehmen: Nachdem 1844 das kleine Schriftchen von Dr. Kunen erschienen, wurde es später von ihm durchgesehen, ergänzt und erscheint jetzt in dieser 2. Auflage.
Im September 1850 teilte er mir Folgendes mit:
Es wurde ihm an einem Tage ein seinem Nachbar, eine Edelmanne, angehöriger Diener mit allen Symptomen der Wasserscheu zugeführt. Der Kranke war unter der Obhut zweier starker Leute, die ihn festhielten, er hatte einen stumpfen, stieren Blick und machte fortwährend Versuche, seine Führer anzufallen, mit einem Worte, der Kranke war von vollständiger ausgebildeter Wasserscheu befallen. Ungewiss, ob in diesem Falle und bei so weit vorgeschrittener Krankheit die Spiraea-Wurzel noch Einfluss auf die Krankheit haben könne, liess Dr. Kunen sogleich eine frische Wurzel holen und nachdem er sie gereinigt und gewaschen, reichte er sie dem Kranken, welcher sie hastig ergriff und mit einer Art thierischer Gier sogleich verschlang; eine 2. dem Kranken gereichte Wurzel wurde ebenso schnell verschlungen, die 3. ihm abermals gereichte jedoch nur bis zur Hälfte verzehrt. Während dieser ganzen Zeit wurde er von den Führern gehalten, auf ein Zeichen des Dr. Kunen liessen sie den Kranken frei, dessen Gesicht den stumpfen Ausdruck verloren und der auch überhaupt schon ruhiger geworden war.
 
Eine Viertelstunde darauf rief der Kranke nicht ohne Anstrengung aus: „Oh wie dankbar bin ich Ihnen!“ Gleich darauf wurde er in einem Wagen nach Hause in das 5 Werst entfernte Dorf gebracht; er schlief den ganzen Weg und da er nach Hause gekommen noch nicht erwacht war, so liess man ihn ruhig in dem Wagen liegen, in dem er bis zum Abend fortschlief, endlich erwachte er mit Jammern und grosser Unruhe, behauptend, er müsse sterben; es stellte sich sehr starkes Galleerbrechen ein, das Erbrochene bestand teils aus flüssiger Galle, teils aber aus dicken dunkelgrünen Klumpen, ohne, zu Aller Verwunderung, auch nur die geringste Spur der genossenen Spiraeawurzel zu enthalten. Nach dem Erbrechen stellte sich abermals tiefer Schlaf ein, aus dem der Kranke erst am folgenden Morgen vollständig genesen erwachte.
 
Diese so auffallende Heilung veranlasste Herrn Kunen, das Mittel bei einem schon seit Kindheit an Epilepsie leidenden Mädchen zu versuchen. Er reichte ihm eine Woche hindurch vor dem in Erwartung stehenden Anfalle täglich 3 Theetassen eines starken Decocts der Wurzel. Der darauf folgende Anfall war schon bedeutend weniger heftig, der den nächsten Monat darauf erwartete 2. Anfall blieb aus, nur fühlte die Kranke einiges Unbehagen und war unruhig; statt des 3. Anfalles stellte sich Schlaf ein, vom 4. zeigte sich keine Spur und die Kranke war von dieser Zeit vollständig genesen.
 
Meine an Dr. Kunen gerichtete Frage: ob er nicht zuweilen beobachtet habe, dass die bei der Wasserscheu oder als Prophylacticum angewendete Wurzel wirkungslos bliebe, beantwortete er verneinend und fügte noch hinzu, dass weder er noch diejenigen, welche das Mittel auf sein Anrathen gebraucht hatten, einen Fall beobachtet hätten, in dem die heilsame Wirkung der Spiraea-Wurzel ausgeblieben wäre.
 
Im Jahre 1846 berichtet ein im Moskowischen Gouvernement, im Kreise Wereisk, auf der Baumwollenspinnerei des Herrn Skuratow angestellter Arzt Stanislaus Meldzenewitsch über glückliche mit der Spiraea-Wurzel erzielte Heilungen solcher Leute, die von constatirt tollen Hunden, Wölfen und Pferden gebissen worden; solche Fälle führt er 6 an, denen ich in gedrängter Kürze Platz gewähre:
1842 wurde der Bauer Paul Iwanow von einem tollen Wolfe gebissen, der ihm 12 sehr tief gefährliche Wunden teils an den Händen, teils am Kopfe beibrachte, unter andern war das linke Auge vollständig zerstört. Nach einer 2 1/2 Monate fortgesetzten Behandlung mit der Spiraea-Wurzel genas der Kranke vollkommen. Derselbe Wolf wurde, nachdem er noch 2 Pferde verwundet, endlich todtgeschlagen, durch die Autopsie, teils aber auch dadurch, dass die beiden von ihm gebissenen Pferde toll wurden, constatirte sich die Krankheit des Wolfes.
 
Zu derselben Zeit wurde der Bauer Terenti Sacharow ebenfalls von einem tollen Wolfe in die Unterlippe und das rechte obere Augenlid verwundet, er schlug es indessen aus, sich von dem Arzte behandeln zu lassen und zog es vor, sich an Quacksalber zu wenden; 29 Tage nach der Verwundung starb er an vollkommner Wasserscheu. Er hatte natürlich keine Spiraea-Wurzel bekommen.
 
Im Mai 1845 wurden 3 Hirten und 19 Stück Vieh von einem Wolfe verwundet, 11 von diesen Thieren starben in Folge dessen mit allen Symptomen der Hundswuth, die 3 Hirten und 8 Stück Vieh, mit Spiraea-Wurzel behandelt, genasen vollständig.
 
Ein dem Fürsten Schtscherbatoff gehöriger Bauer wurde von einem durch den Biss eines tollen Wolfes ebenfalls toll gewordenen Pferdes gebissen und genas durch den Gebrauch der Spiraea-Wurzel vollkommen, das Pferd hingegen wurde eingesperrt und beobachtet, es fiel bald darauf mit allen Zeichen der Hundswuth.
 
Am 1. Sept. 1846 wurde der 16jährige Gärtnerknabe Wladimir Iwanow von einem tollgewordenen Jagdhunde stark an der linken Hand verwundet. Der Knabe wurde 6 Wochen hindurch der Behandlung mit Spiraea-Wurzel unterworfen und genas ebenfalls vollkommen bei dem unausgesetzten Gebrauche der Spiraea-Wurzel.
 
Dr. Meldzenewitsch hat ebenfalls die heilsame Wirkung des Mittels an Thieren beobachtet, indem er so oft er nur konnte toll gewordene Hunde in getrennte Hütten einsperrte und einen Theil derselben gar nicht, den andern mit Spiraea behandelte, alle nicht behandelten Hunde fielen, während alle mit Spiraea behandelten genasen.
 
Die Behandlungsweise des Dr. Meldzenewitsch ist folgende: Die Wunden der Gebissenen müssen sogleich mit dem, mittelst der Spiraeawurzel bereiteten Essig so lange gewaschen werden, bis die Blutung steht, darauf werden sie mit in diesem Essig getränkten Compressen 2 Mal täglich so lange verbunden, bis vollständige Vernarbung eintritt, was gewöhnlich nach 4 Wochen erfolgt. – Der Kranke muss sich in einer Temperatur von nicht weniger als 13 ° R. befinden und muss 2 Mal täglich, Morgens und Abends, mit dem Spiraea-Essig abgerieben werden.
Morgens und Abends bekommt der Kranke einen Esslöffel voll des durch Pressen der frischen Wurzel bereiteten, nicht mit Wasser verdünnten Saftes, in der Mittagsstunde aber bekömmt der Kranke eine Portion (welche ist nicht gesagt) der kleingeschnittenen Wurzel.
Vom 13 Tage an wird die Gabe des Saftes verdoppelt, so dass der Kranke statt einen 2 Esslöffel voll 2 Mal täglich einnimmt. Diese Behandlung wird 6 Wochen fortgesetzt. – Zuweilen kommt es vor, dass den 28. oder 29. Tag nach der Verwundung und während der unausgesetzten Behandlung der Kranke von Träumen gequält wird, in denen er es mit tollen, ihn anfallenden Thieren zu thun hat, dieses ist ein sicheres Zeichen der dem Ausbruche nahe kommenden Wasserscheu; um diese zu verhüten, muss dem Kranken ungesäumt ein Vesicator die ganze Wirbelsäule entlang gelegt, die von demselben gebildeten Blasen aufgestochen und die Oberhaut entfernt werden, um nun die Spiraea endermatisch in Form des Essigs anwenden zu können. Die von der Oberhaut entblössten Stellen werden nun 3 Tage hindurch, 5 Mal täglich, mit dem aus der Spiraea-Wurzel frisch gepressten Safte befeuchtet, die innerlich gereichten Gaben vergrössert (wie ist abermals nicht gesagt).
 
Das Resultat dieser Behandlung ist, dass die Träume verschwinden, das spasmodische Zusammenschnüren im Pharynx nachlässt und dass sich am ganzen Körper ein feiner krätzartiger Ausschlag bildet, der lästiges Jucken veranlasst. – Der Appetit kehrt wieder, der Stuhl wird regelmässig, erfolgt 2 bis 3 Mal täglich, der Harn wird dunkler, bildet ein starkes Sediment, der Kranke erlangt seine frühere Gemütsstimmung, so dass am 32. Tage der Kranke hergestellt zu sein scheint. Man muss sich jedoch durch diese scheinbare Heilung nicht irreführen lassen, sondern die Cur bis zum 60. und 62. Tage hinaus nicht unterbrechen, weil erst nach diesem Termine man sicher den Ausbruch der Wasserscheu nicht mehr zu befürchten hat. – Die Behandlung der schon zum Ausbruch gekommenen Wasserscheu ist folgende:
Der Kranke muss sich in einer Temperatur von 28 ° R. befinden, er wird 3 Mal täglich mit Spiraea-Essig am ganzen Körper abgerieben, es muss ungesäumt das Vesicator an die Wirbelsäule applizirt und die dadurch von der Oberhaut entblösste Hautstelle mehrere Male am Tage mit dem frischen Safte der Wurzel verbunden werden. Dem Kranken werden Klystiere aus dem frisch bereiteten Wurzelsafte 5 Mal am Tage gestellt, er bekommt um den Hals herum Compressen, die mit Saft getränkt sind und die nach Maassgabe dessen, dass sie trocken, erneuert werden müssen. – Gewöhnlich wird der Kranke hiernach ruhiger und nun werden ihm alle 3 Stunden 2 Esslöffel des Wurzelsaftes gereicht; zum Getränk bekommt er denselben mit Honig angesüssten Saft. – Bei dieser Behandlung trat Besserung schon nach 16 Stunden ein, und die Genesung folgte nach 3 Tagen.
 
Die Behandlung durch Biss inficirter Thiere ist nach der Methode des Dr. Meldzenewitsch folgende:
Je nach der Grösse der Thiere bekommt dasselbe 1/4 Pfund und mehr der frischen zerkleinerten Wurzel mit Futter, am besten Hafer, vermischt; Hunden wird sie am besten in dickem Hafermehlbrei beigebracht. – Diese Behandlung wird 2 Monate hindurch fortgesetzt. Im Sommer, bei grosser Hitze, müssen die Thiere fleissig im Flusse gebadet und jedesmal der ganze Körper mit dem Kraute der Spiraea eingerieben werden. Bei pünktlicher Befolgung aller dieser Bedingungen kann man vollkommen sicher sein, dass die Thiere von der Wasserscheu verschont bleiben.


QUELLEN


Boj: Dr. Bojanus in Nischney-Nowgorod, Homöopathische Vierteljahrsschrift. 14. Jahrgang. 2. Heft. 1863
RV: Rampold Veronika, Mindmat Vollständige Materia medica der ichnahen Symptome, Ruppichteroth 1998
 
VP 1-15 Mit Spiraea ulmaria wurden insgesamt drei Verreibungsprüfungen durchgeführt:
Juni 2012 in D-Schweighofen (4 weibliche, 4 männliche Probanden): getrocknete Pflanze
Juli 2015 in D-Schweighofen (3 weibliche, 6 männliche Probanden): C 3 auf C 4
Juni 2016 in CH-Biberist (6 weibliche, 1 männlicher Poband): C 3 auf C 4
 
VP 1 Frau, 49-52 J., VP 2 Mann 52-56 J., VP 3 Mann 55-58 J., VP 4 Mann 51-54 J., VP 5 Frau 50-53 J., VP 6 Frau 56 J., VP 7 Mann 54-57 J., VP 8 Frau 57-61 J., VP 9 Mann 52 J., VP 10 Mann 68 J., VP 11 Mann 60 J., VP 12 Frau 55 J., VP 13 Frau 59 J., VP 14 Frau 63 J., VP 15 Frau 50 J.
 
VP 1.3 bedeutet: Probandin Nr. 1, 3. Verreibung