TARENTULA HISPANICA


WORUM GEHT ES?

Zentral wichtig bei Tarentula: Unruhe, unwillkürliche, zwanghafte Bewegung. Zappeln, Zucken. Muss in Bewegung bleiben, obwohl diese verschlimmert. Kann besser rennen als gehen. Je schneller er fährt, um so entspannter ist er.
Hände ständig in Bewegung, aber unfähig, feine Arbeiten zu verrichten.

Fruchtlose Aktivität – Diskrepanz zwischen Energie-Aufwand und dem was herauskommt.
 
Musik veranlasst zum Tanzen und verursacht eine Linderung der Beschwerden: Einerseits zentriert Musik – unbeherrschte Bewegungen klingen ab. Andererseits kann sie zu wilder, exhibitionistischer Ekstase führen.
 
Ähnlich wie Musik wird Sex als Mittel zur Beruhigung erlebt. Starkes sexuelles Verlangen.
Den ganzen Tag in Eile, weil er das Leben auskosten möchte bis zum Letzten.
 
Spannung im Beziehungsbereich: Will zwar allein sein, hat aber gleichzeitig Angst davor. Fordert viel Aufmerksamkeit. Will gehalten, berührt oder angepustet werden.
 
Andere reinlegen, Krankheiten vortäuschen, provokatives Verhalten, um die Reaktion der anderen zu beobachten.
Sehr aggressives Verhalten, gewalttätig gegen andere und gegen sich selbst.
 
Grosse Hilfsbereitschaft bis zur Übergriffigkeit. Kippen in Aggression, wenn ihr Engagement nicht anerkannt wird. Man darf ihr nicht auf die Zehen treten, sonst beisst sie. Reagiert sehr empfindlich auf mangelnden Respekt. Beschwerden durch Tadel, Zurechtweisung, Widerspruch, kritische Blicke usw.


THEMEN und MINDSYMPTOME


Lebhaft, ruhelos, eilig

Unwillkürliche Bewegungen, Zuckungen und Laute. HJ 4
Grosse Unruhe und heftige Bewegungen, vor allem der unteren Gliedmassen, mit Verlangen zu schreien. A 715
Konnte mich nirgends und in keiner Stellung still halten; spürte, dass ich in Bewegung bleiben musste, obwohl das Gehen alle Beschwerden verschlimmert. A 800
In ständiger Bewegung; kann besser rennen als gehen. He 36.17
Zahlreiche weitere Symptome zu Unruhe bei Allen und Hering

Gerne schnelle Autos. Je schneller ich fahre, um so entspannter bin ich. Keine Angst vor Geschwindigkeit. (Ther.) HJ 4
Den ganzen Tag in Eile, weil ich das Leben auskosten möchte bis zum Letzten. MM 1
Kind ist hastig, hektisch, als ob er ganz schnell irgendwo hin will. HV 1

Unwiderstehliches Verlangen, etwas zwischen den Fingern zu rollen. A 687
Mangel an Selbstkontrolle; zappelt ständig und fummelt an kleinen Gegenständen herum. HJ 3
Ständig beschäftigt, sammelt gern, sogar Müll; möchte die ganze Zeit etwas mit seinen Fingern tun. HJ 3


Arbeit

TR von der Arbeit. Ausgeprägtes Verlangen, an die Arbeit zu gehen. A 58, 915
Arbeitet furchtbar viel, ist ein richtiger Workaholic. HJ 4

Unfähig, feine Arbeiten zu verrichten. He 36.30
Besorgt und sehr beunruhigt mit viel Weinen, als ob man etwas ernsthaft Gewünschtes nicht ausführen könnte. A 52
Schläfrigkeit bei der Arbeit. MMH


Geräuschempfindlichkeit, Hyperästhesie

Überempfindlich gegen Geräusche von Säge, Bohrer, Geschirrspüler. MM 2
Geräusch von Haartrocknern spüre ich körperlich, eine Art Vibrieren im ganzen Körper, das ist furchtbar. Dasselbe mit Musik, die durch schlechte Wiedergabegeräte verzerrt ist und blechern tönt. HJ 1
Empfindlichkeit der Wirbelsäule gegen Berührung. He 31.4


Aggression, Gewalt, Krieg

aktiv
Gewalttätig gegen sich selbst, will sich selbst verletzen, sich selbst und andere schlagen. A 1, 16
Anfälle von Hysterie treten täglich ungefähr zur selben Stunde auf, sie beginnen mit extrem nervöser Reizbarkeit, Verzweiflung und Streitsucht; plötzlicher Wechsel dieses Zustandes in höchste Erregung, schlägt und beschimpft alle, zerstört alles, was ihr in die Finger kommt, zerreisst ihre Kleider, singt und lacht; macht sich lustig über betagte Leute und deren hohes Alter, wird gewalttätig, wenn sie davon zurückgehalten wird (…) He 1.16
Gerne sarkastisch, andere drangsalieren, sie fertig machen. HJ 1
Kann schnell die Beherrschung verlieren, habe den Chef an die Wand gedrückt [Pat. ist ein grosser, einschüchternder Mann]. HJ 1
Regt sich auf, wenn man ihr keinen Respekt entgegenbringt. Möchte nicht, dass auf ihr herumgetrampelt wird. MM 1
Aufregung über Kleinigkeiten: Man darf mir nicht auf die Zehen treten, sonst beisse ich. MM 1
Angst, eine Konkurrentin zu erwürgen oder sie auf der Strasse zu überfahren. MM 1

Gefühl, etwas stellt mir nach, es ist ein Hassgefühl, das Bedürfnis jemandem weh zu tun, so als sei ich von etwas bombardiert worden, das gross und weich, aber doch fest ist. Eine Art dumpfer Aufprall. HJ 1

passiv
TR von Stieren verfolgt, fällt ins Wasser und ertrinkt. A 916
Glaubt, er werde angegriffen, findet keinen Ort wo er sich verstecken kann. A 56
Visionen von Monstern und Tieren, die ihn erschrecken oder auffressen. A 11, 914, 915


Hinterlist, täuschen, tricksen

Vorgetäuschte Anfälle; ein Mädchen, das Schwächeanfall und Bewusstlosigkeit simuliert, schaut seitwärts, um die Wirkung auf die Umstehenden zu beobachten. A 14
Mutter fühlte sich in der Schwangerschaft verarscht durch das Kind. Im Ultraschall sah er z.B. aus wie ein Mädchen. HV1
Weiss genau, wann sie ungezogen ist, schaut einen an, macht irgendetwas und beobachtet die Reaktion. Versteckt Sachen in den Schuhen, versteckt Autoschlüssel; beobachtet einen beim Suchen und wenn man sie findet, jauchzt sie vor Lachen. HJ 2
Plötzliche gerissene, zerstörerische Kraftakte, welche äusserste Wachsamkeit erfordern, um Schaden zu verhindern; gefolgt von Gelächter und Entschuldigungen. He 1.12
Kindische Streiche, jemanden reinlegen, will immer meinen Spass haben. HJ 1
Denkt sich Fallen (Falltüren) aus, mit deren Hilfe Bösewichter gefangen und getötet werden können. Spionagekamera hilft, Gute von Bösen zu unterscheiden. HJ 3
Fühlt sich erniedrigt durch vermeintlich ungerechtfertigte Entlassung und rächt sich, indem sie unentdeckt Säure in die Rohre der Klimaanlage der Firma schüttet. MM 1


Kommunikation, Wortspiele, Humor

Sprachfehler. He 36.17
Logorrhö, spricht sehr schnell. MM 1
Übermässige Fröhlichkeit, lacht ohne Grund. Hang zu scherzen und zu lachen war extrem. A 17, 18, 24
Lachkrämpfe, Lachen kann durch nichts aufgehalten werden. A 30, 32
Immer gut gelaunt, immer für einen Lacher zu haben. HJ 1
Humor, bringt gerne alle zum Lachen; verschmitzt. HJ 2
Bringt andere gerne zum Lachen; necke sie, mache mich über sie lustig. HJ


Alleinsein, Beziehung, Sexualität

Verlangen allein zu sein mit Furcht vor dem Alleinsein. A 65
Ist nicht gern allein, rastet aus, weil sie lieber unter Menschen sein will. HJ 2
Will in schlaflosen Nächten gehalten, berührt oder angepustet werden. Scheint dieses Gefühl zu mögen. HJ 2
Lebhaft, exaltiert, einnehmend. Fordert ständige Aufmerksamkeit der Erwachsenen. HJ 3

Will alles und jeden ignorieren, will niemanden kennen. HJ 1

Geisteskrankheit wegen unglücklicher Liebe. A 2
Erkennt selbst intime Freunde nicht, traurig, scheu, weicht ihnen aus. He 22.4
Zittern beim Anblick geliebter Menschen. A 19
Wahnidee sieht Fremde im Raum. A 12
Möchte keine Fragen beantworten. A 70

Bin eigennützig, gehe bis zum Äussersten, wenn ich etwas will. HJ 1
Mannstollheit; reflexartige Chorea; Blutüberfülle und Überempfindlichkeit der Geschlechtsorgane. He 23.3
Sexuelles Verlangen gesteigert während Menses. Sex als Mittel zur Beruhigung, Entladung. MM 1
Fühlt sich nach Mittelgabe weniger hysterisch, d.h. nicht mehr als zuerst mit der Gebärmutter denkend. MM 1
Stimmungswechsel bei einem gutmütigen Mann, bis an die Grenze der Unausstehlichkeit; der Einfluss sexueller Erregung besserte seine Stimmung und Laune. A 63


Familie, Mutter

Bauch wehrt sich gegen Kinder, die Vorstellung, etwas in mir drin zu haben, gefällt mir nicht besonders. MM 1


Hilfsbereitschaft, Mitgefühl

TR von einer Person und macht sich Sorgen um sie. A 910
Immer bereit, andern zu helfen. HJ 1
Setzt sich immer für andere ein, hat ein goldenes Herz; alle mögen ihn. HJ 4


Stimmungsschwankungen Stimmungsschwankungen

Gefühlsschwankungen mit Wutanfällen und Tränen, aber auch demonstrativer Zuneigung. HJ 3
Bin wetterwendisch, entweder himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt. HJ 4
Kann jähzornig werden, ganz plötzlich, aber gleich wieder fröhlich. HJ 4


Selbstwert

Jegliche Beobachtung oder fixierende Blicke genügten, um sie zum Heulen zu bringen. He 36.18


Musik, Tanzen, Rhythmus, Periodizität

Grosse Erregung durch Musik; eine Stunde danach allgemeines und beträchtliches Schwitzen. A 4
Musik veranlasste den Patienten zu tanzen und es folgte eine Linderung aller Beschwerden. A 837
Musik bessert die Symptome; fühlt sich gut, lacht; Fröhlichkeit gefolgt von schlechter Laune. A 838
Unbeherrschte und ungleichmässige Bewegungen der Hände und Füsse, welche beim Hören von Hornpfeifenklängen praktisch vollständig abklingen. He 36.22
Schmerz in der Gebärmutter, drückender Schmerz in Kopf und Brust, Unwohlsein und Aufregung; erleichtert durch das Musikstück, das „Tarantella“ heisst. A 548
Leidenschaft für Tanz. Sobald ich einen Rhythmus wahrnehme, kann ich nicht still halten. Braucht beim Tanzen einen Partner / eine Gruppe, um nicht wild zu werden. Riskiert sonst, für eine Exhibitionistin gehalten zu werden. MM 1
Wenn ich tanze, vergesse ich, dass ich nicht wirklich so lebe wie ich möchte. Zu tanzen entspricht meinem eigenen Rhythmus. MM 1
Kind fing im Mutterleib an zu treten, wenn die Musik lauter wurde. HV 1
Liebt Musik und Tanzen. HJ 2
Singt bis zu Heiserkeit und Erschöpfung. A 26


Spinnenartiges (Klettern, Fliegen, Fallen, Spinnen, Fäden, Seile)

Klettert gerne im Garten. HJ 2
Beim Gehen über eine Brücke, Gefühl zu fallen. MM 1
TR fällt vom Pferd. A 910

Angst vor Taranteln. HJ 3
Mutter des Kindes hat Angst vor giftigen Taranteln. HV1
Durchfall sieht aus wie ockerfarbene Spinnfäden. HV 1

Hobby: Angeln. HJ 1


Klaustrophobie, Höhle, Keller, Gewölbe

Keine Symptome bekannt (2020)


Historisches – Science Fiction, Zeit

Angst vor Dinosauriern. HJ 3
Würde einen guten Astronauten abgeben, könnte problemlos mit Pillen und Shakes gefüttert werden. MM 1


Krankheit, Tod

Anfälle geistiger Umnachtung; sie drückt ihren Kopf zusammen und reisst an ihren Haaren; kommt für ungefähr 6 Minuten zur Ruhe, bevor es wieder losgeht, sie beklagt sich und droht, Unruhe; schlägt ihren Kopf mit den Händen, kratzt sich selber, antwortet nicht, wenn sie etwas gefragt wird; (…) schlägt ihren Körper, fährt fort mit Drohungen (…) A 1
Während mehrerer Stunden Träume vom Tod, von bevorstehendem Unglück, usw; wacht mit drückenden Kopfschmerzen auf. A 920
Unruhiger Schlaf mit Träumen von Leichen; Samenergüsse. A 912
Träume vom Tod, von bevorstehendem Unglück. A 920
Oder als ob ein Unglück über sie gekommen wäre. A 34, 35
Wahnsinnige Angst, die dreijährige Tochter zu verlieren. MM 1
TR verletzt zu werden oder zu verletzen. HJ 1


Farbe (schwarz)

Die Farben Rot, Gelb, Grün und speziell Schwarz verursachen starken Nebel vor den Augen. A 12


Zuhause, Reisen

Agg. im Haus, von fröhlicher Laune zu Depression beim Eintreten ins Haus. A 22


Individuelle Themen von Tarentula hispanica

Kann sehr gut zeichnen und entwerfen. Zeichnet gern grosse Häuser. HJ 3
Ich erfinde gern etwas, zeichne gern Häuser mit grossen Türen, damit die Bösewichter draussen bleiben. HJ 3

Weinen, Stöhnen oder Zorn bei geringstem Widerspruch. Tröstende Worte agg. A 38, 60


ALLGEMEIN- und LOKALSYMPTOME


Schlaf

Unüberwindliche Schläfrigkeit beim Arbeiten; schläft sitzend am Boden ein. A 903
Vollständige Schlaflosigkeit. A 905
Zucke die ganze Zeit im Schlaf. Stöhne im Schlaf als hätte ich Sex oder als wäre mir unwohl. HJ 1
Seit Geburt noch nie richtig geschlafen; weigert sich schlafen zu gehen; kann nachts 1-4 Std. wach sein; schreit und wird hysterisch. HJ 2
Will die halbe Nacht aufbleiben und spielen, sehr lebendig, rennt im Haus herum bis nach Mitternacht. MM 2


Temperatur, Klima

Sehr frostig, eiskalt, musste im Wärmebettchen liegen. HV1
 
Badet gerne, würde am liebsten für immer in der Wanne bleiben. HJ 2


Rauchen

Kettenraucherin, aber hat aufgehört. MM 1


Ess- und Trinkverhalten

Sehr dünn und sportlich. MM 1
Isst sehr wenig, braucht nicht viel Essen zum Leben. MM 1
Oft Magenschmerzen, weil sie so schnell isst. MM 1
Viel Aufstossen mit Gefühl als würde ich erbrechen. HJ 1
 
Grosser Durst mit dem Zwang, die Finger in den Mund zu stecken. A 59
Mutter sagt zum Kind: „Du saugst mich dermassen aus“. HV 1


Speisen, Getränke

Jahrelang nur aus Babyflasche getrunken, Verlangen Saft oder andere flüssige Nahrung. MM 1
Verlangen Schokolade, Nutella. MM 1
 
Verschlimmerung durch Wein, Champagner. MM 1


Empfindung von Vergrösserung, Schwellung

Gefühl als wäre ich angeschwollen; als wäre ich das Michelin-Männchen. HJ 1


Kopfschmerzen

Schwindel beim Fixieren irgendeines Objekts, mit Kopfschmerzen, mit heftigen Schmerzen im Kleinhirn, begleitet von unvollständigen Erektionen des Penis und Ameisenlaufen im weichen Gaumen. He 2.4
Benommenheit im Kopf mit Gefühl wie auf Wellen zu gehen. MM 1
Rückenschmerzen erstrecken sich zum Schädeldach, mit Nebel vor den Augen. MM 1


Individuelle Allgemein- und Lokalsymptome von Tarentula hispanica

Frühe Entwicklung
Frühe motorische Entwicklung, umdrehen mit 3 Wochen. HV 1
 
Nebel vor den Augen. MM 1
Knacken im Kiefergelenk, Geräusch im Ohr. MM 1
 
Dermoid-Zyste (Schokoladenzyste) li Ovar, Schmerz hält auch nach OP an. MM 1
Gutartiger Hoden-Tumor. HJ 1
Menses unregelmässig und schmerzhaft. MM 1
Analfissuren schmerzhaft bei Geschlechtsverkehr. MM 1
 
Hernien
Epigastrische Hernie. MM 1
Nabelbruch. HV 1
Zwerchfellbruch. HJ 1

Verdauung reizbar, Neigung zu Koliken und Verstopfung. MM 1
Reizdarmsyndrom, abwechselnd Verstopfung und Durchfall. HJ 1
Verstopfung seit Geburt, Kot wie Ziegenknödel. MM 2
Chronische Erkältung. MM 2
Rezidivierender Mundsoor. MM 2
 
Heftige Säuglingskoliken. HV 1


ZUR SUBSTANZ


Tarantula, Tarentula hispanica, Lycosa tarantula, Lycosa fasciiventris, Lycosa hispanica
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Wolfspinnen (Lycosidae)
 
Die Lycosa tarantula ist eine grosse Art, die in Südeuropa vor allem in der Region Apulien in Italien und in der Nähe der Stadt Taranto vorkommt, von der sie ihren Namen hat.
 
Diese Spinnen sind ziemlich gross, die Weibchen sind bis zu 30 mm Körperlänge und die Männchen etwa 19 mm gross. Wie bei anderen Wolfsspinnen wird der Seidensack mit über 100 Eiern an den Spinndüsen der Mutter befestigt, und nach dem Schlupf klettern die Spinnlinge auf den Bauch ihrer Mutter und reiten einige Zeit mit ihr herum, bis sie reif sind, um alleine zu überleben. Nachdem sie den Schutz ihrer Mutter verlassen haben, verteilen sich die jungen Spinnen und graben Höhlen. Weibliche Tiere leben ihr ganzes Leben lang in ihren Höhlen, mit Ausnahme von nächtlichen Ausflügen zum Beutefang, aber die älteren Tiere verlassen den Schutz der Höhlen und wandern auf der Suche nach Gefährten herum. Die Männchen können 2 Jahre alt werden. Die Weibchen können 4 Jahre oder mehr leben. Viele sexuelle Begegnungen enden damit, dass das Weibchen das Männchen kannibalisiert. Im Winter halten diese Spinnen in ihren Höhlen Winterschlaf.

Sie sind eine nachtaktive Art, lauern in der Regel an den Mündungen ihrer Höhlen und warten auf Beute, so dass es unwahrscheinlich ist, dass Menschen ihnen begegnen. Die Lykosidae (Wolfsspinnen) haben eine sehr starke Tendenz zur Flucht beim Annähern eines Grosstieres. Sie haben ein ziemlich gutes Sehvermögen, so dass ein Mensch sich ihnen wahrscheinlich nicht unbemerkt nähern kann, und es ist relativ schwierig, sie zu erfassen, da sie sich inBewegung halten und sehr schnell laufen können. Wenn Wolfsspinnen in die Enge getrieben werden, zeigen sie keine Neigung, Drohgebärden zu machen, geschweige denn, dass sie sich auf die Hand eines Menschen begeben, mit der Absicht zu beissen. Wikipedia
 
Die Arznei entsteht durch die Verreibung einer ganzen lebenden Spanischen Tarantel, die die zoologische Bezeichnung Lycosa fasciiventris trägt und zur Familie der Wolfsspinnen gezählt wird. Das natürliche Vorkommen liegt in Italien und Spanien. Der Stich/Biss der Tarantel hat ähnliche Wirkung und Gefährlichkeit wie ein Bienenstich. Verwechslungen mit Skorpionstichen sollen immer wieder vorgekommen sein, was die vorliegende Überschätzung der Giftigkeit des Tieres erklären kann.
Hört der Gebissene Musik, so ist er dazu gezwungen zu tanzen. Dann scheint er gesund und nicht mehr unter Schmerzen zu leiden. Sobald die Musik aufhört, kehrt der schmerzhafte Zustand wieder zurück. Die vollständige Genesung des am sogenannten Tarantismus Leidenden erfolgt nur durch das hemmungslose, wilde Tanzen. Zu diesem Zwecke wurde in Gegenden wie Apulien eine spezielle Musikkultur gepflegt, die sich Tarantella nennt. Versäumt man diese „Heilung“ durch die wilde Musik, so kehren die Beschwerden periodisch jährlich wieder zurück. homeowiki.org
 
Der Tarantismus ist eine Mischung aus alten heidnischen Initiationsriten und späteren Elementen des katholischen Exorzismus. Sein kultureller Ursprung liegt im grossgriechischen Raum (Griechenland, Süditalien), in einer sehr religiösen, rigiden Gesellschaft, welche alle Lebensäusserungen mit sexuellem Bezug unterdrückte. Nur wer „verrückt“ wurde, wer von der Tarantel gebissen wurde, der durfte sich offen sexuell gebärden – wenn sie bereit war, sich gleichzeitig durch die exorzistische Prozedur des tagelangen Tanzens der Tarantella bis zur Erschöpfung und Reinigung heilen zu lassen. Es waren v.a. heranwachsende Mädchen, Witwen und „vernachlässigte“ Frauen, welche vorgaben, von der Spinne gebissen worden zu sein. Männer wurden keine gebissen! Jährlich zur Sommersonnenwende musste das Ritual wiederholt werden – es gab den Heranwachsenden die Möglichkeit, auf symbolische Art ihre Sexualität auszuleben und sich gleichzeitig von der Sünde zu befreien. Die Tarantata war ganz in Weiss gekleidet und tanzte mit einem Schwert (doppeltes Symbol für Spinnenbiss und Penis) in einer Kirche. Die Begleitmusik spielte dabei eine wichtige Rolle, sie musste den Körper vom Gift befreien. Die Musik war dynamisch und repetitiv, immer der gleichen Melodie folgend und die Rhythmen bis zur Ekstase wiederholend. Erst wenn Rhythmus der Musik und der Tarantata übereinstimmten, konnte die Heilung stattfinden. Die Tarantata genoss die Tage des wilden, fortgesetzten Tanzens, in der allein für sie gespielt wurde – bis sie erschöpft zu Boden sank
Viele dieser Elemente (Ekstase, Tanz, rhythmische Musik) gehören zum klinisch bestätigten Arzneimittelbild von Tarentula hispanica, sind aber keine Prüfungssymptome. Mittelbild (dank klinischen Erfahrungen) und kulturelle Erfahrung (Tarantismus) weisen verblüffende Übereinstimmungen auf.
 
Hering hatte für seine Guiding Symptoms das ihm vorliegende Material kritisch gesichtet und diese (kulturellen) Beobachtungen nicht berücksichtigt – dies im Unterschied zu Allen und Clarke, in deren Enzyklopädie resp. Dictionary auchdie Symptome des Tarantismus (via Nunez’ Bericht) Eingang fanden.
Auszug aus einem Skript zu Tarentula hispanica von Felix Morgenthaler, basierend auf Informationen von Massimo Mangialavori


QUELLEN